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Rede | 11.11.05

Johannes Lichdi: grenzüberschreitender Verkehr in Sachsen

Es gilt das gesprochene Wort!

(...) Der Antrag der Koalitionsfraktionen aus dem Juni ist von den Ereignissen im wahrsten Sinne des Wortes weiter überrollt worden. Beispiel B 170: Dort ist der Güterverkehr lt. Polizeidirektion Oberes Elbtal seit April 2004 um 148 % Prozent gestiegen. Im September 2005 rollten knapp 86.000 Lkw über 3,5 Tonnen über den Grenzübergang Zinnwald.

Was das für die betroffenen Regionen bedeutet, kann man bestenfalls erahnen. Dafür brauche ich keine Statistik und Analysen, da reicht es, wenn man sich mal in Schmiedeberg oder Altenberg an die Strecke stellt. Es fällt schon schwer, das zehn Minuten auszuhalten, und es grenzt an ein Wunder, dass überhaupt noch Leute versuchen, dort weiter zu leben! (...)

Die Vorgänge an der B 170 sind exemplarisch für die Verkehrspolitik in Sachsen. Es wurde und wird einseitig auf den Neubau von Straßen, sei es nun die Autobahn oder auch die geplante B 93, orientiert. Sie betonen zwar auch immer die Bedeutung der Schiene. In der Haushaltspolitik – Stichwort GVFG – findet sich das nicht wieder. 

Unsere Hauptkritik an Ihrer Verkehrspolitik ist aber die, dass sie systematisch die externen Kosten des Straßenverkehrs ausblenden. Sie tun so, als ob wir uns immer noch immer im unschuldigen Zustand der Unkenntnis befinden, als ob wir nicht längst wüssten, dass Straßenlärm aus der Sicht der Menschen das dringendste Umweltproblem ist, das Hauptverkehrsachsen in den Städten zugleich Verödungsachsen werden, dass der Straßenverkehr neben der Braunkohle der Klimakiller Nr. 2 – mit stark wachsender Tendenz ist. (...)

Vollständigen Wortlaut als PDF-Datei herunterladen:

lichdi_2005-11-11_slt35_top9.pdf

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