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Pressemitteilung | 03.02.11

PM 2011-028: Frauenquote - GRÜNE fordern in Landtagsantrag die Abschaffung der Männerprivilegien in Privatwirtschaft und öffentlichem Bereich

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag bringt in der nächsten Woche einen Antrag zur Gleichstellung in den Führungsetagen der öffentlichen Verwaltung sowie der Privatwirtschaft in den Landtag ein.

"Wir fordern die Abschaffung der Männerprivilegien in der Privatwirtschaft und im öffentlichem Bereich. Wer Frauen wirklich in die Führungsebenen bringen will, kommt an einer Frauenquote nicht vorbei.
Von freiwilligen Selbstverpflichtungen bleiben nicht mehr als schöne Worte", so Elke Herrmann, die gleichstellungspolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion. "Das zeigt auch die jüngste Studie des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW). Frauen werden erst dann wirklich gezielt in Führungspositionen gefördert und befördert, wenn dies gesetzlich vorgeschrieben wird."

"Die zuständige Ministerin Christine Claus sollte ihren leeren Worten endlich Taten folgen lassen. Das sächsische Frauenfördergesetz sieht vor, Frauen und Männer in den Aufsichtsräten der Unternehmen mit Landesbeteiligung gleich zu beteiligen. Bislang ist das aber nicht einmal im Ansatz gelungen", kritisiert Herrmann. "Gleichstellung für Frauen und Männer ist Frau Clauß noch nicht einmal ein eigenes Referat wert, sondern lediglich eine bis zur Arbeitsunfähigkeit reduzierte Leitstelle."
In Sachsens Staatsministerien liegt der Frauenanteil auf Abteilungsleiterebene bei etwa 20 Prozent, bei den Staatssekretären sogar nur bei 10 Prozent.

"Wir fordern die Staatsregierung auf, gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern Strategien für die sächsische Privatwirtschaft zu entwickeln, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen", so die Abgeordnete. "In die Vergabepraxis könnte etwa einfließen, Unternehmen mit überdurchschnittlich vielen Frauen in den Führungsebenen zu bevorzugen."
"Die Staatsregierung soll sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften mit mindestens 40 Prozent Frauen zu besetzen sind."

"Wir GRÜNEN sehen es als eine Frage der Gerechtigkeit, Frauen den beruflichen Aufstieg nicht zu verwehren. Letztlich ist es aber auch eine ökonomische Frage, ob wir auf den Sachverstand von qualifizierten Frauen verzichten wollen", so Herrmann.

"Zurzeit haben wir in Deutschland eine Männerquote von 98 Prozent in den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen. Bei den Aufsichtsratposten sieht es mit 13,6 Prozent Frauen zwar etwas besser aus. Letztlich verbessern aber vor allem die Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter die Quote", so die Abgeordnete. Diese Männerquoten von über 85 Prozent gehören abgeschafft. Wenn es die Telekom geschafft hat, 30 Prozent der Stellen im mittleren und oberen Management mit Frauen zu besetzen, sollte das für andere Unternehmen nicht unmöglich sein."

» Grüner Antrag 'Gleichstellung in der Besetzung der Führungsgremien befördern' (Drs. 5/4803)

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