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Pressemitteilung | 10.02.12

PM 2012-045: Etwas Licht und viel Schatten beim Entwurf des Sächsischen Jagdgesetzes

Beim heute im Umweltausschuss des Sächsischen Landtages angehörten Entwurf des Jagdgesetzes liegen Licht und Schatten eng beieinander.

"Ich begrüße ausdrücklich, das überfällige Verbot der Totschlagfallen sowie das Verbot der Verwendung von Bleimunition auf Wasservögel. Allerdings kann das nur ein Anfang sein. Ich fordere angesichts der vielen akuten Vergiftungen von Greifvögeln durch Bleimunition ein generelles Verbot der Jagd mit bleihaltiger Munition in Sachsen. Hier lohnt ein Blick ins Nachbarland Brandenburg, wo ab April 2013 immerhin auf den Jagdflächen des Landes nur noch mit bleifreier Munition geschossen werden darf. Darüber hinaus setzen wir uns für ein Verbot von Lebendfallen ein", erklärt Elke Herrmann, tierschutzpolitische Sprecherin der GRÜNEN-Landtagsfraktion, die Pläne von Umweltminister Frank Kupfer.

"Völlig widersprechen muss ich Minister Kupfer aber in seinem Verständnis, welche Tiere in der Liste der jagdbaren Arten bleiben bzw. neu aufgenommen werden sollen. Stark bedrohte Arten wie Biber, Luchs, Wildkatze oder Fischadler gehören nicht ins Jagdrecht.Für streng geschützte Arten sind in die allein die Naturschutzbehörden zuständig."

"Dass Sachsen nun den Wolf als streng geschützte Art erstmals seit seiner Rückkehr nach Deutschland vor zehn Jahren in die Liste der jagdbaren Arten aufnehmen will, ist absurd. Immerhin hat der Freistaat seit 2009 einen beispielhaften Managementplan geschaffen, der den Umgang mit dem Wolf regelt", so die Abgeordnete.

"Mit einer Umsetzung dieses Gesetzentwurfes stünde Sachsen auch bundespolitisch alleine da. Mecklenburg-Vorpommern hat erst kürzlich als letztes Bundesland den Wolf aus dem Jagdrecht genommen."

"Der in Sachsen nötige Waldumbau zu stabilen Mischwäldern ist aufgrund zunehmender Verbissschäden durch überhöhte Wildbestände fast nur hinter teuren Zäunen möglich. Das Jagdziel, auf Dauer für den Waldumbau verträgliche Wilddichten zu schaffen, wurde in Sachsen bisher verfehlt. Umso widersinniger, dass Minister Kupfer auf die qualifizierten, alle drei Jahre durchzuführenden Verbiss- und Schälgutachten verzichten will. Auf einem weiteren Gebiet hat Sachsen im bundesweiten Vergleich Nachholbedarf: Es fehlt an einem flächendeckenden Netz von Wildtierauffangstationen in Sachsen."

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