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Pressemitteilung | 24.01.14

2. Sächsischer Drogen- und Suchtbericht mit alarmierenden Zahlen zum Alkoholmissbrauch

(2014-14) Zu dem heute von Sozialministerin Christine Clauß (CDU) vorgestellten 2. Sächsischen Drogen- und Suchtbericht erklärt Elke Herrmann, sozialpolitische Sprecher der GRÜNEN-Fraktion im Sächsischen Landtag:

"Der legale und illegale Drogenkonsum in Sachsen nimmt zu. Die Sucht- und Beratungsstellen müssen rund ein Viertel Beratungsfälle mehr betreuen als im Jahr 2009. Besonders alarmierend ist, dass sich der bundesweite Anstieg des Alkoholmissbrauchs auch in Sachsen deutlich zeigt."

Nahezu 600.000 Menschen in Sachsen weisen mittlerweile einen riskanten Alkoholkonsum auf. 55 Prozent aller Suchtberatungen finden zu dieser Problematik statt. Auch Kinder sind von den Folgen betroffen. Die Landesärztekammer Sachsen hat im Herbst 2013 im Ärzteblatt darauf hingewiesen, dass Alkoholmissbrauch in der Schwangerschaft häufig lebenslang schädigend für das Kind ist. Schätzungen zu Folge leiden ein Prozent aller Lebendgeborenen unter fetalen Alkoholschädigungen. Damit ist die fetale Alkoholspektrumsstörung (FASD) die häufigste Behinderung bei Neugeborenen in Deutschland.

"Wir brauchen eine Vernetzung von Schwangerschaftskonfliktberatung und Suchtberatungsstellen. Um Präventions- und Suchthilfemaßnahmen zu entwickeln, muss die Staatsregierung die konkrete Problemlage in Sachsen kennen. Doch das ist eben nicht der Fall. Auf eine kleine Anfrage zur Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern der GRÜNEN Fraktion konnte uns die Staatsregierung in keinem einzigen Punkt antworten, da ihr dazu keine 'vertieften Erkenntnisse' vorliegen", betont Elke Herrmann.

In der Kleine Anfrage "Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern" haben wir gefragt, wie viele Kinder und Jugendliche seit 2009 in Obhut genommen wurden, weil deren Eltern oder jeweils ein Elternteil drogenabhängig sind oder waren. Darauf konnte die Staatsregierung auch mit Blick auf Crystalabhängige keine Auskunft geben, denn diese Daten werden von der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik bisher nicht erfasst und müssten demzufolge bei den Jugendämtern in den Landkreisen und kreisfreien Städten abgefragt werden. Den Aufwand der erforderlichen Recherchearbeit sieht die Staatsregierung als "nicht gerechtfertigt" an.

› Kleine Anfrage "Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern" (Drs. 5/13297)

 

 

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