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Pressemitteilung | 06.05.14

Crystal-Prävention ohne zusätzliches Geld und neue Ansätze

(2014-117) "Innenminister Markus Ulbig (CDU) hat heute keine neuen Ansätze zur Bekämpfung der Droge Crystal vorgestellt. Seine Strategie beschränkt sich auf eine 'bessere Verzahnung von Einzelmaßnahmen'. Das ist zu wenig", kritisiert Elke Herrmann, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, den heute vorgestellten 10-Punkte-Plan "Sachsen gegen Drogen" des Kabinetts.

Die Präventionsstrategie baut demnach auf Information, Beratung und Behandlung sowie Repression. "Allerdings wird für keinen der Bereiche im laufenden Haushaltsjahr mehr Geld bzw. Personal zur Verfügung gestellt. Die Suchtberatungsstellen können frühestens im nächsten Doppelhaushalt mit mehr Geld rechnen. Das ist zu spät. Die gezielte Vermittlung von Crystal Usern in die Suchtberatungsstellen läuft ins Leere, wenn diese keine Kapazitäten für Beratung und Behandlung haben", sagt Herrmann.

Die Präventionsarbeit an den Schulen soll nach dem Willen der Staatsregierung verstärkt durch Beratungslehrer übernommen werden. Beratungslehrer werden von der Schulkonferenz bestellt und sind speziell für Beratungsaufgaben qualifiziert. Elke Herrmann dazu: "Es ist wichtig und sinnvoll verlässliche Ansprechpartner für alle Schüler, deren Eltern sowie die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen zu haben, die auch zu Crystal weitergebildet sind. Allerdings liegen die Beratungsstunden im Entscheidungsrahmen der Schulen. Die zeitlichen Ressourcen sind aufgrund der Vielfalt an Aufgaben begrenzt."

"Prävention ist nicht allein Information. Kinder und Jugendliche brauchen Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen. Diese Unterstützung suchen Sie nicht immer in der Schule. Deshalb müssen mehr Angebote der offenen Kinder und Jugendarbeit gefördert werden", ist Herrmann überzeugt.

Hintergrund:

Das Sächsische Staatsministerium des Innern hat am 16. Dezember 2013 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben, dass eine übergreifende Strategie zur besseren Vorbeugung vor dem Missbrauch der Droge Crystal erstellt wird. Dafür wurde zwischen den Staatsministerien für Inneres, Soziales, Kultus und Justiz eine Arbeitsgemeinschaft zur Prävention von Crystal gegründet. Daran sollen neben den Stellen der Suchtberatung und -behandlung auch die Bereiche Schule, Jugendhilfe, Wirtschaft und Kommunen beteiligt werden.

Der Antrag der GRÜNEN-Fraktion "Crystal - Sofortprogramm zur Stärkung der ambulanten Suchtberatung in Sachsen" (Drs. 5/10944)

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