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Pressemitteilung | 17.06.14

GRÜNE legen Antrag zur Verbesserung der Suchthilfe vor

(2014-165) Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag fordert von der Staatsregierung die Konkretisierung des 10-Punkte-Plans 'Sachsen gegen Drogen'. "Der von der Staatsregierung vorgestellte 10-Punkte-Plan 'Sachsen gegen Drogen' ist bisher weder personell, noch finanziell und konzeptionell ausreichend untersetzt", kritisiert Elke Herrmann, die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion. "Wir fordern die Erarbeitung eines landesweiten Präventionskonzeptes, in enger Kooperation mit den Kommunen, dem Landespräventionsrat, dem Landesfachausschuss Suchtprävention und den Fachstellen für Suchtprävention in Sachsen."
 
Darum legt die Fraktion einen Antrag vor, der am kommenden Donnerstag (TOP 8) im Landtag behandelt wird. Darin fordert sie einen Bericht zur konkreten Ausgestaltung des 10-Punkte-Plans und formuliert Schwerpunkte in der weiteren Suchthilfeplanung.
 
"Die Ergebnisse des 2. Sächsischen Drogen- und Suchtberichts, der Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, müssen endlich das politische Handeln bestimmen", fordert die Abgeordnete. "Die Prävention muss gestärkt und die Beratungs- und Behandlungsstrukturen in der Suchthilfe verbessert werden."
 
Das gilt nicht zuletzt in Zusammenhang mit den konkreten Problemen hinsichtlich der Droge Crystal. Die Zahl der 'Drogen-Babys' crystalabhängiger Mütter in Sachsen nimmt stetig zu (siehe u.a. Freie Presse vom 10. Juni).
Im Antrag der GRÜNEN-Fraktion wird die Staatsregierung aufgefordert eine Handlungsempfehlungen für die Landkreise und Kommunen zu erlassen, die verbindliche Kooperationsvereinbarungen zwischen dem Jugendamt, dem Gesundheitsamt, der Kinder- und Jugendhilfe und der Suchthilfe enthalten soll. Außerdem sollen die Angebote für suchtbelastete Familien ausgebaut werden, indem dafür zusätzliche Gelder im kommenden Doppelhaushalt eingestellt werden.
 
"Um Präventions- und Suchthilfemaßnahmen zu entwickeln, muss die Staatsregierung die konkrete Problemlage in Sachsen kennen. Doch das ist eben nicht der Fall", kritisiert Elke Herrmann.
Auf ihre Kleine Anfrage zur Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern musste die Staatsregierung die Antwort schuldig bleiben, da ihr dazu keine >>vertieften Erkenntnisse<< vorliegen.
 
» GRÜNER Antrag "Ergebnisse des 2. Sächsischen Drogen- und Suchtberichts ernst nehmen - Prävention stärken, Beratungs- und Behandlungsstrukturen in der Suchthilfe verbessern" (Drs. 5/14605)

Hintergrund:
In der Kleine Anfrage "Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern" (Drs. 5/13297) fragte die Abgeordneten Elke Herrmann (GRÜNE), wie viele Kinder und Jugendliche seit 2009 in Obhut genommen wurden, weil deren Eltern oder jeweils ein Elternteil drogenabhängig sind oder waren. Darauf konnte die Staatsregierung auch mit Blick auf Crystalabhängige keine Auskunft geben, denn diese Daten werden von der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik bisher nicht erfasst und müssten demzufolge bei den Jugendämtern in den Landkreisen und kreisfreien Städten abgefragt werden. Den Aufwand der erforderlichen Recherchearbeit sieht die Staatsregierung als >>nicht gerechtfertigt<< an.

» Kleine Anfrage "Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen drogenabhängiger Eltern" (Drs. 5/13297)

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