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Europäischer Tag der Jugendinformation

Wir leben im Zeitalter der "Überinformation". Auf Websites, im Radio und TV und in den sozialen Medien prasseln sekündlich Meldungen auf uns ein, die es zu verstehen und einzuordnen gilt. In Kommentarspalten wird nicht selten mit einer Vielzahl von Fake-Profilen und fragwürdigen Screenshots um Deutungshoheit gerungen. Bei vielen Menschen macht sich Überforderung breit.

Der heutige Europäische Tag der Jugendinformation ist deshalb umso wichtiger. Er macht auf das Recht von jungen Menschen aufmerksam, Zugang zu objektiven Informationen zu haben. Sie sind die Voraussetzung dafür, aktive Mitglieder der Gesellschaft sein zu können und sich einzubringen. Dieses Recht haben junge Menschen auch ganz offiziell!

Es ist zum Beispiel geregelt in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“, im „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“, in der „Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und der Grundfreiheiten“ sowie mehreren Empfehlungen des Europarats.

Es klingt also selbstverständlich, ist es aber nicht. Gerade das Internet, wo junge Menschen sich haupsächlich informieren, ist voll von Falschinformationen und kruden Verschwörungstheorien. Deshalb muss der Tag eine  Aufforderung an uns alle sein, objektive Informationen im virtuellen Raum viel stärker zu pushen und seriöse Online-Informationsangebote als Gegenangebot zu schaffen. Junge Menschen als Bevölkerungsgruppe, die informiert werden muss, dürfen nicht außen vor gelassen werden!

Wie könnt ihr Fake-News erkennen? Dazu hier einige Hinweise, die ihr auch gerne an eure Eltern und Großeltern weitergeben könnt :)

  1. Von wem stammt die Information? Ist das eine zuverlässige Quelle?
  2. Bei nicht-offiziellen Quellen die Information noch einmal gegenchecken!
  3. Was zeigt das Bild wirklich? Einfach mal eine umgekehrte Bildersuche starten, um zu sehen, ob das Bild vielleicht aus einem ganz anderen Kontext stammt!
  4. Faktenfinder nutzen, um zu sehen, ob das ganze schon als Verschwörungstheorie oder Fake entlarvt wurde. (Beispiel: Faktenfinder der Tagesschau, Correctiv oder Mimikama)
  5. Von wann stammt die Information? Ist es vielleicht eine völlig veraltete „Neuigkeit“, die nur jetzt wieder geteilt wurde?

Aber es ist nicht nur Jugendinformationstag, sondern ein EUROPÄISCHER TAG. Denn das Recht auf objektive Informationen und Kommunikation haben Menschen überall. Und doch wird eben dieses Recht auch in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union immer weiter eingeschränkt.

Ein Beispiel hierfür ist Ungarn. Dort wurde die Ausbreitung des Corona-Virus jetzt für eine defacto weitere Einschränkung der Pressefreiheit genutzt. Es droht jetzt denjenigen - auch Medienmacher*innen -, die bewusst Falschnachrichten verbreiten und Panikmache schüren, mehrjährige Haftstrafen. Der Umgang mit kritischer Berichterstattung in der Vergangenheit nährt die Befürchtung, dass auch ungewollte Berichte von Journalist*innen als "Panikmache" eingestuft werden. Die Folgen lassen sich leicht ausmalen.

Dieses Fahren im Windschatten der Corona-Pandemie, um kritische Berichterstattung zu verhindern kann und darf die Europäische Union nicht weiter hinnehmen und auch wir müssen dagegen immer weiter laut protestieren!

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