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Familienhilfe und Unterstützungsangebote

Der beste Weg, um Kinder wirksam vor Vernachlässigung und Missbrauch zu schützen, ist, die Kompetenzen von Eltern zu stärken. Um Eltern die Fähigkeiten zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, den Alltag mit Kindern und Krisensituationen zu bewältigen, setzen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen für ein sicher finanziertes, wohnortnahes Netz von Beratungs-und Unterstützungsangeboten öffentlicher und freier Träger und für regionale Netzwerke für Frühe Hilfen und Kinderschutz ein, die allen Eltern offen stehen.

Frühprävention braucht nicht in erster Linie neue Strukturen. Wichtiger ist nach unserer Überzeugung die ausreichende Ausstattung mit Personal in den vorhandenen Angeboten und ein Netzwerk von interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Eltern-Kind-Heime sind stationäre Hilfen zur Förderung der Erziehung in der Familie. Für Mütter oder Väter mit Kindern bis sechs Jahre sind sie Bestandteil der sogenannten „Frühen Hilfen“. Dazu zählt die Vorbereitung auf die Elternschaft und die Begleitung der ersten drei Lebensjahre des Kindes. In einem Antrag fordern wir die Staatsregierung auf, Eltern-Kind-Heime in Sachsen in die kommunalen Netzwerke der sogenannten „Frühen Hilfen“ aktiv einzubeziehen. Außerdem soll das Landesjugendamt, gemeinsam mit den Fachkräften der Eltern-Kind-Heime und den kommunalen Jugendämtern, Orientierungshilfen, Empfehlungen für Qualitätsstandards sowie einen Fort- und Weiterbildungskatalog für die Heime entwickeln. Diese Maßnahmen sollen verbindlich geregelt werden und einen Fachaustausch fördern. Um das zu erreichen, muss unter anderem der Personalschlüssel in den Einrichtungen erhöht werden, damit eine Vernetzung der Fachkräfte erreicht werden.

» GRÜNER Antrag „Eltern- Kind- Heime als Orte aktiven Kinderschutzes weiterentwickeln“ (Drs. 5/802)

Minderjährige Mütter stehen vor ungleich schwierigeren Herausforderungen als andere Jugendliche. Sie müssen schneller "erwachsen" werden. Ihre Kindheit endet viel zu früh in dem Moment, wenn sie für ihr Kind die Verantwortung übernehmen wollen. Diese jungen Mütter brauchen Hilfe, weil sie sonst Gefahr laufen, auch bei diesem Traum an der Realität zu scheitern. Ihre Kinder brauchen starke Mütter und Väter, die über sich selbst hinaus wachsen. Damit dies gelingen kann, müssen wir Müttern, Vätern und Kindern professionelle Unterstützung geben. Als Gründe für eine junge Schwangerschaft werden oft mangelhaftes Verhütungswissen und (berufliche) Perspektivlosigkeit genannt. Dies fordert zum politischen Handeln auf und zeigt, dass weder die jetzige Aufklärung über Sexualität und Fortpflanzung ausreichend ist, noch dass Schülerinnen und Schülern, insbesondere wenn sie aus sozial benachteiligten Familien kommen, ein Selbstvertrauen hinsichtlich der schulischen und beruflichen Ausbildung vermittelt wird.
Wir möchten minderjährige Eltern unterstützen und zugleich die Ursachen für Schwangerschaften Minderjähriger weiter evaluieren. Insbesondere die Sexualaufklärung soll gestärkt werden und berufsorientierende Maßnahmen für benachteiligte Jugendliche geschaffen werden.

Die GRÜNE-Landtagsfraktion machte mit ihrem Ausstellungsprojekt „Kinderleicht?!“ auf die Situation minderjähriger Mütter in Sachsen aufmerksam. Ziel war es, vor Ort mit  Menschen zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen, über Hilfen für junge Mütter zu diskutieren und sie für politische Lösungen zu gewinnen. Die Wanderausstellung war von 2008 bis 2013 in ganz Sachsen unterwegs und an 25 verschiedenen Orten zu sehen. Im Rahmen der Fotoausstellung wurden viele Fachgespräche vor Ort geführt.

» Mehr zur Ausstellung "Kinderleicht?!"

» GRÜNER Antrag „Ursachen für hohe Zahlen an Teenagerschwangerschaften in Sachsen ernst nehmen - minderjährige Eltern unterstützen“ (Drs. 5/6066)

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