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Biotopverbund

„Einen landesweiten Biotopverbund gibt es bis heute nicht, obwohl dieser bis 2015 verwirklicht sein soll“, kritisiert Wolfram Günther, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion. Bisher existieren lediglich "grüne Striche" auf Sachsens Landkarte.

Die Hauptursache des Rückgangs der biologischen Vielfalt in Sachsen ist die Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Durch Intensivierung und Überdüngung von landwirtschaftlichen Flächen, durch die Zerstückelung, Überbauung und Zersiedelung der Landschaft v. a. durch Straßenneubauten sowie durch eine zunehmende Umweltverschmutzung. Giftige Chemikalien zerstören die Nahrungsgrundlagen: Pestizide und andere Gifte reichern sich in den Nahrungsnetzen an und schädigen vor allem diejenigen Arten, die am Ende der Nahrungsketten stehen.
Die Beseitigung von Feldrainen, Gehölzen und anderen Biotopen, aber auch durch immer engere Konzentration auf wenige Anbaufrüchte - insbesondere Raps- und Maisschläge bieten nur noch sehr wenigen Arten Lebensraum - führen zu einer Strukturverarmung im Offenland.
Der Verlust von Altbäumen in Siedlungen, forciert durch die freistaatlich verordnete Aushöhlung kommunaler Gehölzschutzsatzungen, hat die Situation verschärft.

Die immer noch zunehmende Flächenzerschneidung behindert den Austausch der Arten zwischen den Lebensräumen enorm und isoliert die Schutzgebiete. Diese werden zu Inseln in lebensfeindlichen Gebieten. Sogenannte Wanderkorridore und Trittsteinbiotope, die diese Kernlebensräumen vernetzen, sind die bislang fehlenden Linien und Knoten im Biotopverbundnetz.

Nur in wenigen Regionen Deutschlands ist die Umsetzung des nach §21 BnatSchG gesetzlich vorgeschriebenen landesweiten Biotopverbundsystems so wichtig wie in den stark fragmentierten Landschaften Sachsens. Es steht zu befürchten, dass das SMUL seine Aufgabe am Ende lediglich mit einigen grünen Strichen auf der Sachsen-Landkarte zwischen den bestehenden Naturschutzgebieten erledigen will.

Wir fordern die Umsetzung des landesweiten Biotopverbunds, der aus einem Netz aus Lebensräumen besteht, die intensiv miteinander verknüpft sind. Dieser kann Extensivflächen, Wildnis- und Sonderstandorte, Randflächen oder Gewässerränder beinhalten.
 

Hintergrund:
In den Roten Listen des Freistaates Sachsen sind fast 40 Prozent der Arten als "gefährdet", "stark gefährdet" oder "vom Aussterben bedroht" gelistet. Besonders dramatisch ist die Situation in den hiesigen Agrarlandschaften. Einst häufige Tiere, wie Feldhamster, Rebhuhn und Steinkauz, sind aus den meisten
Gebieten des Freistaates verschwunden. 


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