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Radstationen

Ganz düster sieht es in Sachsen beim Thema Fahrradstationen aus.
Es gibt in ganz Sachsen aktuell keine einzige Fahrradstation.
Bisher dürfen in Sachsen mit den reichlich vorhandenen Mitteln für kommunale Radverkehrsinfrastruktur keine Fahrradstationen gefördert werden.

Das hat Folgen: 2014 wurden von den vorhandenen 2,5 Mio. Euro für kommunale Radverkehrsinfrastruktur nur 1 Mio. Euro ausgegeben. Damit wurden 60 Prozent nicht genutzt.

Diese Entwicklung verschlechterte sich noch: 2015 wurden nur 600.000 Euro für kommunalen Radwegbau eingesetzt. Von den verfügbaren 4 Mio. Euro wurden somit 85 Prozent nicht genutzt.

Die GRÜNE Landtagsfraktion will den Förderzweck erweitern: Der Bau von Fahrradstationen soll förderfähig werden. Dementsprechend ist die Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für die Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger (RL KstB) zu überarbeiten und die Förderung beim Bau von Fahrradstationen zu ermöglichen.
Bisher wird in Sachsen der Bau von Fahrradstationen nicht gefördert. Wer die Zahl radfahrender Pendler und Pendlerinnen signifikant erhöhen will, muss allerdings dringend an den Umsteigepunkten zu Bus und Bahn Fahrradstationen fördern.

Bisher waren von den 88 Mio. Euro jährlich, die Sachsen vom Bund für die kommunale Verkehrsinfrastruktur bekommt keine Mittel für den Radverkehr vorgesehen. Um den kommunalen Investitionsstau für den Radverkehr in Sachsen abzubauen wollen wir 5 Prozent für entsprechende Maßnahmen investieren.
Mit der Mittelerhöhung der im Haushaltsentwurf vorgesehenen 8 Mio. Euro jährlich um die ca. 4,4 Mio. Euro aus den Entflechtungsmitteln (5%) soll der Anteil des Radverkehrs am Modal Split (Verkehrsmittelanteil) in Sachsen erhöht werden.
Fahrradstationen sind überdachte und bewachte Abstellanlagen für Fahrräder, die über das reine Abstellen hinaus weitere Dienstleistungen anbieten. Das können z.B. Reparaturen, Reinigung oder Gepäckaufbewahrung sein, aber auch andere Dienstleitungen, wie Fahrradverleih sein. Um EU-beihilferechtliche Maßgaben nicht zu verletzten, muss der Betrieb an Kommunen bzw. eine kommunale Tochterunternehmen gebunden sein.

Vor allem Pendler profitieren von diesen sicheren Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen, denn drohender Fahrraddiebstahl ist für viele Menschen ein Hemmnis, das Fahrrad in ihre Wege zur Arbeit zu integrieren.
Viele Bundesländern haben deshalb Programme zum Bau von Fahrradstationen aufgelegt. In Deutschland gibt es momentan ca. 100 Radstationen, deren Bau durch ein Landesprogramm unterstützt wurde.
So gibt es in Erfurt bereits seit 2009 eine hervorragend ausgelastete Fahrradstation am dortigen Hauptbahnhof.

Die Baukosten je Fahrradstation können je nach Ausstattung und Größe zwischen 200.000 und 2 Mio. Euro betragen. Für die sächsischen Kommunen braucht es dringend nach dem Vorbild anderer Bundesländer finanzielle Unterstützung.

Noch 2014 hat der Freistaat in der Radverkehrskonzeption Sachsen den sächsischen Kommunen Unterstützung bei der finanziellen Förderung von Fahrradstationen zugesichert, denn:
„Höherwertigen Angeboten wie verschließbaren Fahrradboxen, bewachtem Fahrradparken und Fahrradstationen kommt an wichtigen Zielpunkten und den Schnittstellen zum öffentlichen Verkehr eine wachsende Bedeutung zu.“ (Radverkehrskonzeption für den Freistaat Sachsen 2014)

 

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