Zum Inhalt springen

Vielfalt

Sachsen braucht ein neues Zuwanderungskonzept
Das Wort Integration ist in aller Munde. Jede und jeder versteht darunter allerdings etwas anderes.

Unüberhörbar ist die Erwartungshaltung gegenüber zugewanderten und geflüchteten Menschen, sich, wie auch immer, zu integrieren und regelkonform zu verhalten. Erwartet wird ein Idealmensch, der nicht auffällt, keine eigenen Vorstellungen hat, seine kulturelle Identität möglichst unauffällig hält und in erster Linie dankbar dafür ist, dass er oder sie bei uns in Sachsen leben darf. Wenn wir an diesen Erwartungen festhalten, ist Enttäuschung vorprogrammiert. Denn sie sind nicht erfüllbar.

Vor allem aber verhindern sie eine Begegnung auf Augenhöhe, was schließlich das ‚integrierte‘ Miteinander in unserer Gesellschaft ausmacht. Integration oder besser noch Inklusion sollte ein verlässliches Angebot auf Teilhabe sein: an Bildung in Kitas, Schulen, Hochschulen und Berufsschulen, auf Teilhabe am Arbeitsmarkt in der Industrie, in der Landwirtschaft, im Handwerk und im Dienstleistungssektor, auf Teilhabe an der Gesundheitsversorgung in Arztpraxen und Krankenhäusern, auf Teilhabe am Wohnen in Städten und auf dem Land, auf Teilhabe an Kultur in Opernhäusern, Museen und Clubs des Landes.

In Sachsen soll das sogenannte Zuwanderungs- und Integrationskonzept bei der Integration von Migrantinnen und Migranten handlungsleitend sein. Wir halten dieses Konzept für überarbeitungsbedürftig, da es unverbindlich ist, keine Verantwortlichen benennt und auch keine Angaben zu Zielen und Zeitrahmen macht. Mit einem Antrag forderte die GRÜNE-Fraktion im Mai-Plenum die Neuausrichtung des Integrationskonzeptes. Leider sahen CDU und SPD keinen Handlungsbedarf und lehnten ihn ab. Sie verzichteten damit auf zukunftsorientiertes und strukturiertes Handeln.

 

» Mehr zum Doppelhaushalt 2017/18

Politikfelder