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Die GRÜNE-Fraktion zeigt, wo in Sachsen Genmais angebaut werden soll

Mehrere sächsische Landwirte haben auch 2010 wieder Flächen für den Anbau des Genmaises beim Standortregister des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) angemeldet.

Michael Weichert, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion hat nachgerechnet: „Aktuell handelt es sich sachsenweit um ca. 550 ha Fläche, auf der sächsische Landwirte Genmais der Sorte Mon810 anbauen wollen. Damit sind wir bundesweit trauriger Spitzenreiter.“

In der Vergangenheit wurde von Gentechnik-Kritikern immer wieder der schlampige Umgang der Behörden mit den Anmeldungen im Standortregister nachgewiesen. Erst zu Beginn des Jahres hatte Greenpeace fehlerhafte Anmeldungen in Brandenburg und Bayern aufgedeckt.

Daraufhin hat die GRÜNE-Landtagsfraktion Sachsen die Flächenanmeldungen sächsischer Landwirte überprüft. Dabei wurden nicht nur die Daten der angemeldeten Gen-Äcker untersucht, sondern sie mit Google Maps sogar bis auf das Flurstück genau abgeglichen.

» Download: Analyse der 2010 in Sachsen angemeldeten Standorte zum Anbau von Gentechnik-Mais (PDF, > 1MB)

Die Überprüfung ergibt, dass es in Sachsen nur eine Falschmeldung hinsichtlich der Flächengrößen gibt. Es handelt sich um eine Fläche in Zabeltitz mit der Flächenkennziffer 01561/01672. Die gemeldete Flächengröße überschreitet die reale Flurstücksgröße um 1.705 Quadratmeter. Das entspricht einer Abweichung von 2,07 Prozent.

Besorgniserregend ist jedoch die unmittelbare Nähe zahlreicher Naturschutz- und FFH-Gebiete zu den angemeldeten „Genäckern“.  Teilweise betragen die Abstände nicht einmal 300 Meter. Laut eines Gutachtens für das Bundesamt für Naturschutz kann jedoch selbst nach tausend Metern noch Gen-Maispollen nachgewiesen werden. Die Auswirkungen des Pollens auf die sensiblen Ökosysteme und deren Artenvielfalt in den Schutzgebieten sind derzeit noch nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft wiesen 2008 bereits nach, dass Bt-Maispollen die Larven mehrerer Schmetterlingsarten schädigt.

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN fordern darum die Sächsischen Staatsregierung auf, einen generellen Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Genflächen und Schutzgebieten vorzuschreiben.

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