Zum Inhalt springen

Diskussion: Was ist uns unser Essen wert?

Was ist uns unser Essen wert?
Diskussion: Was ist uns unser Essen wert? mit Wolfram Günther, landwirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Fraktion, in Limbach-Oberfrohna

30 Gäste kamen am Montag, dem 20. April zur Veranstaltung "Was ist uns unser Essen wert?" der GRÜNEN-Landtagsfraktion in Limbach-Oberfrohna. Wolfram Günther, landwirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion, skizzierte zu Beginn das Konsumverhalten der Deutschen. Nur knapp 10 Prozent des Haushaltseinkommens werden hierzulande für Lebensmittel ausgegeben. Bei unseren europäischen Nachbarn sind es hingegen zwischen 15 bis über 20 Prozent.

Ein Gast war Manuela Barth aus Chemnitz. Sie betreibt ein eigenes Biocatering-Geschäft mit neun Angestellten. Am Beispiel des eigenen Geschäfts machte sie deutlich, dass es nicht teurer sein muss, wenn ökologisch produzierte Lebensmittel eingesetzt werden. Voraussetzung sind allerdings der Kauf saisonaler Produkte sowie ein kluges Management. Auch der Biobauer Thomas Vogel muss klug kalkulieren, denn er erzeugt Fleisch nach Demeter-Richtlinien - sein Gegenentwurf zur Massentierhaltung. Er ist davon überzeugt, dass es ihm gelingt mit "glücklichen" Tieren schmackhaftes und gesundes Fleisch zu produzieren.

In der anschließenden Diskussion nahmen auch Herr Erhard Lorenz, Leiter Tierproduktion eines konventionellen Direktvermarktungsbetriebes sowie ein Vertreter des regionalen Bauernverbandes teil. Sie beklagten, dass ihre Arbeit nicht wertgeschätzt würde, obwohl auch sie sich für das Tierwohl in ihren Betrieben einsetzten. Große Anlagen seien nicht per se schlechter als kleine Tierhaltungen, vielmehr sei es eine Frage des Managements. Zu jedem Zeitpunkt war das Gespräch von gegenseitiger Achtung geprägt, zumal die Vertreter des anwesenden Betriebes ihre Schweine in Gruppen und auf Stroh halten sowie das Fleisch in erster Linie regionale vermarkten.

Ein Fazit des Abends war, dass es sich lohne, die Gemeinsamkeiten zu suchen, statt die Gräben zwischen Ökolandbau und konventioneller Landwirtschaft bzw. zwischen größeren und kleineren Betrieben zu vertiefen. Die Teilnehmer waren alle davon überzeugt, dass es sich lohne, weiter in Kontakt zu bleiben und mehr mit- statt übereinander zu sprechen.

Politikfelder