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GRÜNE Höfe-Tour

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Es ist noch nicht lang her, da ging die "Milchpreiskrise" durch die Schlagzeilen. Zwar ist es in den Medien etwas ruhiger dazu geworden - überwunden sind die Probleme von fallenden, die Produktionskosten nicht mehr deckenden Milchpreisen jedoch noch nicht.
Auch der zunehmende Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden zur Erntemengensteigerung und Schädlingsabwehr im Ackerbau schlug seine Wellen - allen voran die Diskussion um das Verbot des Pestizids Glyphosat.
Dies sind nur zwei von vielen Problemen, die Landwirte unter Druck setzen. Massentierhaltung, ökologischer Landbau, regionale Vermarktung, Gentechnik, Marktpreise, Großbetriebe usw. - die sind nur ein paar der vielen Stichworte, die die Vielfalt an möglichen Arbeitsweisen und Maßnahmen in der Landwirtschaft beschreiben.

Doch wie sieht es auf Sachsens Bauernhöfen aus? Das möchte Wolfram Günther erfahren und begibt sich auf "Höfe-Tour". Seit 2016 besucht er die verschiedensten landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen - darunter sowohl konventionell als auch ökologisch wirtschaftende, kleine und große, direkt vermarktende und für den Handel produzierende Höfe, Ackerbau- und Viehhaltungsbetriebe.
Der GRÜNE-Landtagsabgeordnete verschafft sich dabei einen Überblick, wie in Sachsen - egal ob nach alten und neuen Ansätzen - landwirtschaftliche Produkte erzeugt und an Mann oder Frau gebracht werden. Er möchte die Probleme der Landwirte mit Bürokratie und Wirtschaft direkt mit ihnen vor Ort besprechen. Und nicht zuletzt geht es ihm darum, den Dialog zwischen Landwirten und Verbraucherinnen und Verbrauchern zu fördern. Dazu lädt er Interessierte ein, ihn auf seinen Stationen durch Sachsens Agrarbetriebe zu begleiten.

Der erste Besuch führte den GRÜNEN-Landtagsabgeordneten am 30. September 2016 zum Großenhainer Geflügelhof (Landkreis Meißen).

 

Hier gibt es Berichte über bisherige Tourtermine:

 

» 30.09.16
Großenhainer Geflügelhof

» 18.10.16
Agrargenossenschaft Agrofarm Göda e.G. in Bautzen

» 21.10.16
GbR Heynitz B.S.S. in Nossen OT Mahlitzsch

» 14.11.16
Landwirtschaftsbetrieb Jörg Nestler in Breitenbrunn

» 23.01.17
Vorwerk Podemus

» 08.02.17
Agrofarm 2000 GmbH Eichigt / Vogtland

» 24.08.17
Geflügelhof Hinkelmann

» 28.08.17
Wirtschaftshof Sachsenland - Stallanlage Pleißa

» 18.12.17
Biohof Steinert

» 29.03.18
AGRASET Agrargenossenschaft e.G. Naundorf


» 05.05.18
Biohof Hausmann


» 17.05.18
Biohof Kai Pönitz

... weitere Termine folgen!

  

GRÜNE Höfetour auf dem Biohof von Kai Pönitz

Naturschutz ist das Lebensmotto von Bio-Landwirt Kai Pönitz, dessen Hof wir Mitte Mai besucht haben. Über 50 Hektar und eine Galloway-Mutterkuhherde gehören zum Familienbetrieb. Das Fleisch wird ganz regional vermarktet, auch im Gastronomiebereich. Auf dem Rundgang über seine Wiesen und Weiden beeindruckte uns Kai Pönitz mit seinen umfassenden Pflanzen­kenntnissen. Auf seinen Wiesen wachsen bis zu 100 Grünlandarten. Arten mit regionalen Herkünften, wie der Klappertopf oder das Kleine Knabenkraut, bringt der Naturschützer mit Handernte und -aussaat ins Grünland. Zum Schutz der Wiesenbewohner wird die Mahd zur Heuernte zeitversetzt in mehrere Schritte geteilt: auf den Wiesen werden erst vorsichtig Streifen gemäht und am Folgetag erfolgt dann der Hauptschnitt. Der Naturschützer Kai Pönitz hat uns mit seiner Begeisterung für eine „lebendige“ Landwirtschaft regelrecht angesteckt. 

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GRÜNE Höfetour bei Biohof Hausmann

Der Biohof Hausmann ist ein ganz besonderer Landwirtschaftsbetrieb: hier wird bio-vegane Landwirtschaft betrieben. Alle Produkte werden vegan erzeugt, d.h. auf dem Hof von Daniel Hausmann gibt es keine landwirtschaftlichen Nutztiere und damit fällt auch kein Dünger aus tierischer Herkunft an. Hauptnährstoffe, wie Stickstoff, holt sich der studierte Landwirt auf „pflanzliche“ Weise, indem er verschiedene Leguminosen fest in seine Fruchtfolge eingliedert. Erbsen, Bohnen, Klee oder Luzerne aus der Pflanzenfamilie der Leguminosen sind in der Lage, in einer Symbiose mit Rhizobien-Bakterien Luftstickstoff zu binden und den Pflanzen verfügbar zu machen. Daniel Hausmann nutzt vor allem Kleegras als Stickstoffsammler und versucht über das Kompostieren dieser Biomasse pflanzlichen Dünger zu produzieren, der dann wieder wichtige Nährstoffe in den Boden bringt – ein Nährstoffkreislauf ganz ohne Kühe, Schweine & Co. Eine vielfältige Fruchtfolge, bunte Blühstreifen sowie abwechslungsreiche Strukturen durch Hecken und anderen Gehölzen fördern die Biodiversität auf dem Acker der Hausmanns. Als Familienbetrieb bewirtschaftet die Familie etwa 25 ha mit Getreide, Kartoffeln und Gemüse. Das Gemüse wird vorwiegend direkt vermarktet: über den eigenen Hofladen und durch die Auslieferung von Gemüsekisten nach Leipzig. Seine Erfahrungen bei der Umstellung auf bio-vegane Landwirtschaft gibt Daniel Hausmann gern an Interessierte weiter.

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GRÜNE Höfetour bei der AGRASET Agrargenossenschaft e.G. Naundorf

GRÜNE Höfetour AGRASET
GRÜNE Höfetour AGRASET
GRÜNE Höfetour AGRASET

Die GRÜNE Höfetour führte auf einen der flächenmäßig größten Agrarbetriebe Sachsens: die AGRASET Agrargenossenschaft e.G. Naundorf bei Rochlitz. Aktuell wirtschaftet der Betrieb auf über 5000 Hektar Landwirtschaftsfläche. Neben Getreide, Mais, Raps, Erbsen, Kartoffeln und Zuckerrüben bewirtschaftet das Unternehmen eine Kurzumtriebsplantage und hat Vermehrungs­flächen für verschiedene Grasarten. Derzeit wird ein moderner Milchviehstall gebaut, denn auch über 900 Milchkühe gehören zum Betrieb. Die frische Milch kann man sich vor Ort am Milch­zapfautomaten abfüllen. Zum Betrieb gehören außerdem noch Mutterkühe mit Nachzucht für die Fleischerzeugung. An drei Standorten werden Schweine gezüchtet und die Ferkel anschließend gemästet. Die Agrarset, als anerkannter Ausbildungsbetrieb mit derzeit 15 Lehrlingen, bietet interessierten Schülern die Möglichkeit, die Berufe LandwirtIn, TierwirtIn oder MechanikerIn für Land- und Baumaschinen von der Pike auf zu lernen. Beeindruckend war der moderne Landtechnikfuhrpark dieses vielseitig aufgestellten Betriebes samt seiner Tochtergesellschaften. Im Anschluss an unseren Betriebsrundgang konnte ich mich mit Interessierten, vor allem ehemaligen Betriebsangehörigen, über meine Arbeit im Landtag unterhalten.

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GRÜNE Höfetour bei Biobauernhof Steinert

Die letzte Station im Rahmen der Höfetour im Jahr 2017 führte Wolfram Günther am 18.12. zum Biobauernhof Steinert in Cunnersdorf (Sächsische Schweiz, Hohnstein). Und das nicht ohne Grund.
Der Biobauernhof Steinert ist der diesjährige Preisträger des sächsischen Tierschutzpreises, der Johann-Georg-Palitzsch-Medaille. Es war für unseren umwelt- und agrarpolitischen Sprecher ein Bedürfnis, diesen Vorzeigebetrieb im Nachgang der Verleihung selbst zu besuchen.

Eva und Bernhard Steinert sowie das gesamte Team des Hofes haben die Wertvorstellung von Tierwohl im Einklang mit den eigenen Bedürfnissen Realität werden lassen, und das in einer vorbildlichen, nachahmenswerten Art und Weise. Die Steinerts bewirtschaften den Bauernhof seit 1993 nach tiergerechter biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise.

Großzügiger Platzbedarf mit Außenklima - jede Kuh verfügt im Stall über 12 qm eigene Fläche, Angebote für artgemäße Beschäftigung und Verzicht auf Horn-Amputationen bringen gesunde Kühe hervor, die nur wenig Arzneimittel bedürfen. Die Neuausrichtung der Zucht zielt auf Gesundheit und Robustheit ab. Das sind die Grundsätze, die das Leben mit den Tieren auf dem Hof ausmachen. Die Kühe verbringen die Zeit von Frühjahr bis Herbst durchgängig auf der Weide und werden morgens und abends zu den Melkzeiten in den Stall geholt.
Das passiert völlig entspannt für die Tiere und man sieht, dass sich die Tiere wohlfühlen. Die Kühe werden im Stall mit Heu und etwas Getreide von den hofeigenen Äckern gefüttert. Der Stall wurde nach neuesten Erkenntnissen gebaut. Es ist ein sogenannter Zweiraum-Tretmiststall, der zur Sonnenseite hin offen ist. Das bietet den Kühen unterschiedliche Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen. Im Ruhebereich liegt Stroh und im Futterbereich ist ein Betonbelag.

Zum Bauernhof gehören eine eigene Molkerei, eine Käserei und eine Bäckerei. Die nachhaltig erzeugten Produkte wie Joghurt, Quark, Frischkäse, Cunnersdorfer Biokäse sowie Brot gibt es im eigenen Hofladen oder z.B. in Bioläden und in der Verbrauchergemeinschaft Dresden. Eine umweltverträgliche und regionale Vermarktungsstrategie. Für immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher sind gutes und gesundes Essen ohne Gift, ohne Gentechnik und mit hohen Tierschutzstandards unverzichtbar. Dazu braucht es eine grüne Landwirtschaft, die sich an der Gesundheit der Menschen, dem Schutz der Tiere und der Umwelt als Ganzes ausrichtet. Das ist für viele landwirtschaftliche Betriebe in Sachsen eine enorme Herausforderung. Und es braucht mutige Menschen, die sich der Herausforderung annehmen: Menschen wie Eva und Bernhard Steinert.

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GRÜNE Höfetour beim Großenhainer Geflügelhof

Im Rahmen einer „Höfe-Tour“ möchte Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion, sächsische Landwirtschaftbetriebe kennenlernen und sich bei konventionellen und ökologischen Betrieben über deren Sorgen und Nöte informieren. Gleichzeitig, so Günther, will er den Dialog zwischen Landwirten und Verbrauchern anstoßen helfen.
Auftakt seiner Tour war Besuch des Großenhainer Geflügelhofes am 30. September 2016. Der 1991 gegründete Betrieb hält mehrere zehntausend Legehennen, bei deren Haltung man laut Eigenaussage des Betriebes seit Anfang an auf umwelt- und artgerechte Boden- und Freilandhaltung setzt. Die sowohl konventionell als auch ökologisch erzeugten Eier werden an den Großhandel, den Lebensmitteleinzelhandel und an regionale Wochenmärkte geliefert.

Unternehmenschef Christian Riedel führte Wolfram Günther nicht nur durch seine Stallanlagen, er wies auch nachdrücklich auf etliche Probleme hin, die den Geflügelhaltern unter den Nägeln brennen. Wachsende bürokratische Lasten machen es laut Riedel zunehmend schwerer, wettbewerbsfähig zu produzieren. Es drohe deshalb die Gefahr, dass Importe heimische Produkte
ersetzen, die unter viel niedrigeren Standards erzeugt werden. Noch immer komme für den Kunden der Preis an erster Stelle. Die Eierproduktion sei nicht zuletzt deshalb ein knapp kalkuliertes Geschäft, vor allem beim Verkauf der Ware an Großhändler sei kaum Geld zu verdienen. Vielleicht entstand so die Idee eines eigenen Hofladens, über den Riedel einen Teil seiner Produkte an den Mann bringt.

Obwohl der Geflügelhalter die Rhetorik der GRÜNEN ablehnt und sie für das schlechte Image der Landwirtschaft mitverantwortlich machte, stimmten Günther und Riedel in etlichen Punkten durchaus überein. Konsens sei, dass man die Landwirtschaft als wichtigen Träger des ländlichen Raums erhalten und ihr gute Rahmenbedingungen geben wolle. Beide meinen übereinstimmend, dass Lebensmittel wieder einen höheren Stellenwert in unserem Leben einnehmen müssen. Der Grundstein dazu soll bereits im Kindesalter gelegt werden.  

Als Vorschlag zur Verbesserung des Images der Landwirtschaft bemerkte Günther, die Branche dürfe die Augen vor veränderten gesellschaftlichen Erfordernissen nicht verschließen. Neben Fragen der Tierhaltung meinte der Landwirtschaftspolitiker das Arbeiten in geschlossenen Stoffkreisläufen und die Regionalisierung der Produktion sowie die entsprechende Vermarktung, wo dies möglich ist.

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GRÜNE Höfetour bei der Agrofarm Göda e.G.

Mit 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Agrargenossenschaft Agrofarm Göda e.G. einer der größten Landwirtschaftsbetriebe in der Region Bautzen und damit ein wichtiger regionaler Zulieferer für Milch und Agrarprodukte.

Im Rahmen seiner Höfe-Tour 2017 besuchte Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag, den Betrieb und kam mit Vorstandsmitglied Daniel Hänsel und der Verantwortlichen für die hauseigene Rinderzucht Marianna Bartschies ins Gespräch. Dabei wurden vor allem Fragen der Regionalisierung der landwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion, des Tierwohls und des Fachkräftemangels in der sächsischen Landwirtschaft diskutiert. Im Anschluss an das Gespräch konnte der Abgeordnete Günther einen Eindruck von dem genossenschaftlichen Hofladen, der hauseigenen Tankstelle sowie der Futtermittelproduktion und -lagerung gewinnen und unter der Leitung von Frau Bartschies die örtliche Rinderzucht und Milchproduktion der Agrargenossenschaft in der Ortschaft Nedaschütz besichtigen. Auch die genossenschaftliche Biogasanlage konnte dabei in Augenschein genommen werden.

Schon von Beginn an zeigte sich, dass es eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten zwischen der Genossenschaft und GRÜNER Politik in Sachsen gibt. Gerade die Themen Regionalisierung der Agrarwirtschaft und Stärkung von regionalen Lebensmittelkreisläufen war beiden Seiten ein wichtiges Anliegen. Wolfram Günther sprach sich für eine Stärkung der regionalen Anbieter und für die Förderung der einheimischen Wertschöpfungsketten in der Lebensmittelproduktion aus, was gerade Betrieben, wie der Genossenschaft Agrofarm e.G., zu Gute kommen würde, die schon jetzt bis zu 85% ihrer Produkte in der Region absetzen kann.

Ebenso fanden sich große Übereinstimmungen in Bezug auf die Förderung von Forschung zur Arten- und Sortenvielfalt in der Landwirtschaft. Auch die Frage des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln wurde diskutiert. Einigkeit bestand dahingehend, dass die Auswirkungen zugelassener Mittel auf Umwelt, Tier und Mensch kritisch und zugleich rein sachlich überprüft und diskutiert werden sollten. Für das Ziel einer Reduzierung des Einsatzes benötigt die Landwirtschaft ebenfalls Unterstützung. Die Genossenschaft als auch Wolfram Günther sehen hier die Politik in der Pflicht zusammen mit der Wirtschaft und Wissenschaft neue Impulse zu setzen sowie die Rahmenbedingungen für eine breite und freie Forschung in der Agrarwirtschaft zu stärken.

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GRÜNE Höfetour beim Demeterhof Mahlitzsch

Am 21.10.2016 besuchte der GRÜNEN-Landwirtschaftspolitiker Wolfram Günther den Demeterhof Mahlitzsch. 2014 wurde durch den unsachgemäßen Einsatz hochgiftiger Pestizide auf den Nachbarfeldern des Biohofes ein Teil der ökologisch bewirtschafteten Gemüseflächen des Hofes geschädigt. Die Ökobauern blieben auf ihrer Ware sitzen und mussten hohe Einkommenseinbußen in Kauf nehmen. Wolfram Günther wollte von Mitgesellschaftler Philipp Steul wissen, wie der Betrieb diese Krise überstanden hat und welche Erfahrung die Landwirte im Umgang mit staatlichen Stellen und Versicherungen gemacht haben.

Philipp Steul schilderte die Arbeit auf dem Demeterhof, stellte den Hofladen sowie die Ökokiste des Betriebes vor. Außerdem nutzte er die Gelegenheit, den GRÜNEN-Landwirtschaftspolitiker auf dringliche Probleme hinzuweisen: Es fehle an Fachkompetenz in den Ämtern ebenso wie an weiterverarbeitenden Betrieben, wie z. B. regionalen Schlachthöfen. Somit verlagert sich ein Großteil der Wertschöpfungskette in andere Bundesländer, Einkommenseinbußen sind die Folge.

Auch beim nächsten Thema stimmte Wolfram Günther unumwunden zu. Die Bodenpolitik der BVVG ist nicht nur Phillip Steul ein Dorn im Auge. Auch der Grüne sieht hier die Notwendigkeit zum Umsteuern.
Im Landtag hat er bereits mehrfach gefordert, der Freistaat möchte die BVVG-Flächen kaufen und an Betriebsgründer und Ökobetriebe verpachten. Außerdem solle ein Teil der Flächen für Naturschutzmaßnahmen vorgehalten werden.

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GRÜNE Höfetour beim Landwirtschaftsbetrieb Jörg Nestler in Breitenbrunn

Der Bauernhof von Jörg Nestler in Breitenbrunn (Erzgebirgskreis) war das letzte Ziel auf Wolfram Günthers Höfetour für dieses Jahr.
Der 1992 zunächst im Nebenerwerb gegründete Betrieb wird seit 2008 von Familie Nestler im Haupterwerb geführt. In einem modernen Stall stehen heute rund 60 Milchkühe, vor allem robustes Braunvieh, eine mittelgroße und mittelschwere Kuhrasse aus der Schweiz. Diese findet auf den Bergwiesen des Erzgebirges einen reichhaltigen Pflanzenbestand und brauchen nur wenig zusätzliches Kraftfutter. Auf importiertes Soja verzichtet Jörg Nestler, ebenso wie auf Kunstdünger für seine Flächen. Damit gelingt es, die Betriebskosten im Rahmen zu halten, was aufgrund der derzeitigen Milchkrise bitter nötig ist. Seit langem ist der Milchpreis nicht kostendeckend und Nestlers sind gezwungen, Einkommensalternativen zu suchen. Mit Erfolg: ein eigener Hofladen, Käseproduktion in Zusammenarbeit mit einer mobilen Käserei, Kräuterexkursionen, Umweltbildung oder das Ausrichten von Kindergeburtstagen zeigen dies eindrucksvoll.

Wolfram Günther nimmt nicht nur einen sehr guten Eindruck vom Betrieb, sondern auch die Kritik der Nestlers an überbordender Bürokratie und der zu späten Auszahlung von Agrarhilfen für benachteiligte Gebiete mit in den Sächsischen Landtag. Dass Wertschöpfung in den Regionen vor Ort bleiben muss, darin waren sich Jörg Nestler und Wolfram Günther einig. Die Grünen werden im Landtag auch zukünftig Vorschläge machen, wie man das am besten anstellen kann.

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GRÜNE Höfetour beim Vorwerk Podemus

Das Vorwerk Podemus ist als ausgezeichneter Biobetrieb vor allem in Dresden, aber auch im Rest Sachsens bekannt. Kein Wunder, denn der bäuerliche Familienbetrieb produziert nicht nur landwirtschaftliche Erzeugnisse, sondern sorgt – bspw. mit einer eigenen Schlachterei – gleich selbst für die Weiterverarbeitung.
In elf Biomärkten in Dresden, Bautzen, Radebeul und Freiberg bietet das Vorwerk ein Vollsortiment ökologischer Produkte an. Insgesamt beschäftigt Geschäftsführer Bern Probst 170 Angestellte und ist damit ein wichtiger Arbeitgeber in der Region.

Für Wolfram Günther ist es selbstverständlich, einen solchen Vorzeigebetrieb im Rahmen seiner Höfetour zu besuchen.
Neben der Vorstellung des Betriebes ging es Bernd Probst um etliche Unstimmigkeiten, die ihm als aufmerksamen Beobachter seines alltäglichen Lebensumfeldes aufgefallen sind:
Warum wird der Deich bzw. die Gohliser Elbwiese nicht beweidet sondern gemäht, obwohl das Insekten - wie dem Schwarzblauen Bläuling – massiv schadet?
Wieso sind in landwirtschaftlichen Betrieben meist Aufbereiter (Konditionierer) zur mechanischen Behandlung von Grüngut im Einsatz, durch die in großer Menge Insekten vernichtet werden. Das Ziel, die Trocknung des Grüngutes zu beschleunigen, steht zum angerichteten Schaden in keinem Verhältnis.

Wolfram Günther erklärte, sich der Themen in seiner parlamentarischen Arbeit anzunehmen und sich mit ersten Arbeitsergebnissen bald wieder bei Bernd Probst zu melden.

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GRÜNE Höfetour bei der Agrofarm 2000 GmbH Eichigt / Vogtland

GRÜNE Höfetour Hausmann

Einen in mehrerlei Dingen besonderen Landwirtschaftsbetrieb besuchte Wolfram Günther, landwirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion am 7. Februar 2016. Die Agrofarm 2000 GmbH im vogtländischen Eichigt wird gerade zum größten Biobetrieb Sachsens. Denn als Gesellschafter aus Altersgründen ihre Anteile verkauften, gingen diese an Dennree, einem Bio-Großhändler aus dem oberfränkischen Töpen. Mit ihm im Hintergrund wurde in Eichigt ein ehrgeiziges Projekt gestartet: wie lässt sich ein Betrieb mit 4.000 ha Fläche und insgesamt 2.800 Kühen auf ökologische Landwirtschaft umstellen? Geschäftsführer Gerhard Feustel ist sicher, man wird das eine oder andere Lehrgeld bezahlen müssen, denn für ihn gibt es nicht viele Vorbilder, an denen er sich orientieren kann. Zumal er keinen industrialisierten Ökolandbau machen möchte und gleich gar keine Massentierhaltung mit BIO-Label. Die Standards seines Betriebes sollen höher sein als die Anforderungen des EU-Biolabels. Deshalb ist die Agrofarm 2000 seit Anfang des Jahres Mitglied im Anbauverband Bioland.

Um die hoch gesteckten Ziele „reibungsarm“ Realität werden zu lassen, arbeitet Feustel mit mehreren Hochschulen zusammen, denn es müssen intelligente Fruchtfolgeregelungen ebenso angewandt werden wie ein ausgeklügeltes Herdenmanagement für den großen Rinderbestand. Auch Fragen zur Weiterverarbeitung treiben Geschäftsführer Feustel um, denn so ließe sich mehr Wertschöpfung vor Ort generieren was nicht nur dem Betrieb, sondern der ganzen Region zu gute kommen würde.

Zum Abschluss des Gespräches bekam Wolfram Günther einen Wunsch der anwesenden Landwirte mit auf den Weg nach Dresden. Bauern müssen dringend von überbordender Bürokratie befreit werden. Das dies geht, zeigt Tschechien, wo die Agrofarm ebenfalls wirtschaftlich tätig ist. Das gegenüber der GRÜNEN-Landtagsfraktion seitens der Staatsregierung immer wieder bemühte Motto „Die EU ist an der Bürokratie schuld, nicht wir Sachsen“ stimmt offenbar nicht, denn auch Tschechien ist Mitglied derselben EU. Ein Unterschied dort ist jedoch die zentrale Datenerfassung und Verarbeitung. Davon sind wir leider noch meilenweit entfernt!

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GRÜNE Höfetour bei der Agrargenossenschaft Wirtschaftshof Sachsenland

Moderne und artgerechte Haltung, auch ohne Bio-Label, ist das Selbstverständnis der Agrargenossenschaft Wirtschaftshof Sachsenland, deren Hauptsitz im Chemnitzer Stadtteil Wittgensdorf liegt. Neben dem Anbau von Getreide hält der Betrieb auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von mehr als 3000 Hektar Milchkühe, Mastbullen und Schweine. Darüber hinaus betreibt er zwei Biogasanlagen in Verknüpfung mit dem Milchviehbetrieb. „Das führt zu einer geringeren Geruchsbelästigung“, so der Vorstandsvorsitzende Jens Hoffmann.

Eine Stärke des Betriebes ist die Direktvermarktung seiner Produkte, die in 5 Filialen rund um Chemnitz verkauft werden. Besonderen Zuspruch gibt es für die zwei Milchtankstellen in Wittgensdorf und Bräunsdorf, wo insgesamt im Durchschnitt 1200 Liter Frischmilch pro Woche gezapft werden.

Im Rahmen der GRÜNEN Höfetour besuchten am 28. August 2017 Wolfram Günther, landwirtschaftspolitischer Sprecher, und Volkmar Zschocke, Chemnitzer Abgeordneter und Chef der GRÜNEN-Landtagsfraktion, eine Stallanlage des Wirtschaftshofs in Pleißa, die 500 Schweine, ca. 70 Mastbullen sowie ca. 350 Kälber und Jungrinder beherbergt. Der Komplex wurde Schritt für Schritt seit 1994 auf modernste Haltungsbedingungen umgebaut. Der Rundgang durch die Stallanlage führte zunächst zum Schweinestall. Die 60 Schweine leben während der ca. vier Monate langen Mast auf Tiefstreu. Fressstellen sind auf einer oberen Ebene durch Treppen zu erreichen. Das Tageslicht, das die Tiere hinter den Rolltoren bekommen, ist allerdings spärlich, wenn auch laut Aussagen von Herrn Hoffmann „ausreichend“.

Anschließend führte Herr Hoffmann die Abgeodneten zu den Mastbullen, ebenfalls im Einstreustall. Hoffmann schwärmt Hoffmann vom „Kuh-Komfort“, den seine Tiere aufgrund der getrennten Liege- und Futterplätze, des vorgewärmten Tränkwassers und eines stets angepassten Stallklimas sowie der vorhandenen Massagebürsten genießen. Angesichts dieser Maßnahmen störe es die Tiere nicht, dass sie nicht auf die Weide kommen, so Hoffmann auf Nachfrage. Kälber erhalten an einer Milchtränke mittels eines Transponders, den die Tiere um den Hals tragen, die erforderliche Menge an Milch aus Milchpulver. Ziel ist dabei, die Jungtiere möglichst schnell an festes Futtermittel heranzuführen.

Zur Schlachtung werden die Tiere von eigenen Fahrern des Wirtschaftshofs nach Altenburg gebracht. Durch eine entsprechende Bauart der Laderampe soll das Vieh möglichst stressfrei transportiert werden, um die Qualität des Fleischs zu erhalten. Verarbeitet wird das Fleisch später in der eigenen Fleischerei.

Um den Einsatz von Medikamenten so gering wie möglich zu halten, Krankheiten bestenfalls vorzubeugen oder diese früh zu erkennen hat der Wirtschaftshof Sachsenland eine eigene Betriebstierärztin eingestellt. Gesundheitsprophylaxe ist das Ziel dieser Maßnahme: „Wenn sie den ganzen Tag Zeit zum Kaffeetrinken hat, weil es den Tieren gut geht, bin ich mit der Arbeit unserer Tierärztin zufrieden“, so Hoffmann.

Im Gespräch machte Hoffmann deutlich, dass er großes Potenzial im Ausbau der Direktvermarktung sieht. Regionale Produkte finden immer größeren Zuspruch bei den Verbrauchern. „Lebensmittelskandale wie vor Jahren BSE oder aktuell Fipronil spielen uns da in die Hände“, so der Vorstandsvorsitzende. Das größte Problem bereitet dem Betrieb dabei derzeit die Gewinnung von neuem Personal, insbesondere für den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren. Sehr aufgeschlossen zeigte sich Hoffmann bezüglich des Labels des Tierschutzbundes für artgerechte Haltung in der Landwirtschaft.

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