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Obstanbau in der Globalisierungsfalle - sind regionale Wirtschaftskreisläufe die Lösung?

Obstbaumblüte bei Dresden
Obstbaumblüte bei Dresden

"Der Landbau in Sachsen steht vor großen Herausforderungen und muss sich mit einigen Problemen auseinandersetzen", beginnt Wolfram Günther, agrar- und umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Freitagabend, den 8. Mai, seine Ausführungen vor den ca. 30 Zuhörerinnen und Zuhörern im Kloster Marienthal Sornzig.

Der Obstbau hat in Sachsen eine sehr alte Tradition - beginnend mit den Klöstergärten, lokalen Sorten wie dem Borsdorfer Apfel und endend mit bekannten Marken wie "Sachsenobst". Doch die vielfältigen Anforderungen des Marktes, der Politik und der Gesellschaft setzen der Branche zu.
"Billig ist Trumpf, Qualität, Geschmack und Nährstoffgehalt sind bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern oft zweitrangig", sagte Thomas Arnold, Geschäftsführer der Sornziger Klosterobst GmbH. Das bekommen auch die Obstbauern zu spüren. Arnold und seine Kollegen von umliegenden Obstbauern wünschen sich von der sächsischen Landespolitik mehr Unterstützung bei der Umstellung ihrer Produktion auf einen biologischen Anbau.

Trotz der europäischen Überproduktion von Obst drängen Apfelsaftkonzentrate aus China auf den Markt und machen den sächsischen Obstbauern das Leben schwer. Die Obstbauern waren sich mit Wolfram Günther einig, dass es zur Stärkung der heimischen Produktion auch verbesserter Vermarktungsstrategien spezieller Produkte bedürfe. "Hier sollte die sächsische Staatsregierung die Bauern aktiv unterstützen", forderte Herr Kalbitz, Vorsitzender des sächsischen und sachsen-anhaltinischen Obstbauernverbandes.

Im Dialog der anwesenden Bürgerinnen und Bürger sowie Obstbauern wurde zudem über den Erhalt des landwirtschaftlich genutzten Bodens diskutiert. Ökologischer Obstanbau legt ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und ist daher nachhaltig.

"Regionale Wirtschaftskreisläufe sind als Ergänzung zum nationalen und internationalen Markt auch für die Obstbauern eine Chance ihre Produkte anzubieten. Insbesondere, wenn die Produkte nicht erst aus Übersee hier nach Sachsen transportiert werden müssen, sondern wenn sie vor Ort hergestellt und dann auch in der Nähe verbraucht werden sind regionale Wirtschaftskreisläufe sinnvoll. Hierdurch kann Verkehr reduziert und das Klima geschont werden. Sachsen hat einen großen und wachsenden Markt für die Obstprodukte aus der Region. Wir müssen gemeinsam noch mehr dafür tun, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Produkte aus der Region auch gezielt nachfragen", fasste Günther die Veranstaltung im Kloster Sornzig zusammen.

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