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Hebammen-Rettung

Freiberufliche Hebammen sollen wieder eine Perspektive für die Berufsausübung in Sachsen erhalten, so dass die Geburtshilfe und weitere wichtige Angebote für Mutter und Kind, wie beispielsweise die Wochenbettbetreuung, gesichert werden können.

Nach Angaben des Deutschen Hebammenverbands e.V. haben in den letzten fünf Jahren aufgrund des starken Anstiegs der Haftpflichtprämie ein Viertel der freiberuflichen Hebammen ihren Beruf aufgegeben. Der Sächsische Hebammenverband e.V. geht Schätzungen zufolge davon aus, dass derzeit nur noch 70 freiberufliche Hebammen in der Geburtshilfe in Sachsen tätig sind. Hebammen, die trotz der kontinuierlich steigenden Haftpflichtprämien noch immer ihren Beruf ausüben, haben auch durch den Sicherstellungszuschlag keine hundertprozentige Entlastung. Zum einen wird die Haftpflichtprämie weiterhin jährlich ansteigen. Zu anderen ist der Sicherstellungszuschlag derzeit an vier geburtshilfliche Leistungen im Jahr geknüpft. Ob diese Anzahl Hausgeburten erreicht wird, das ist von der Hebamme kaum zu beeinflussen. Hebammen müssen in einigen Fällen zum Wohl von Mutter und Kind von geplanten Hausgeburten abraten. In anderen Regionen ist der Bedarf an Hausgeburten niedriger als es der Sicherstellungszuschlag verlangt.

Die GRÜNE-Fraktion hat bereits im Jahr 2012 einen Antrag zur Sicherung der Hebammenversorgung in Sachsen vorgelegt. Im Sommer 2015 haben wir in einem Antrag ein „Hebammen-Notfonds“ gefordert. Dadurch sollte verhindert werden, dass weitere Hebammen ihren Beruf aufgeben müssen. Daran anknüpfend hat die GRÜNE-Fraktion in den Haushaltsberatungen einen Änderungsantrag in den Sozialausschuss eingebracht. Wir haben darin ein „Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung“ gefordert. Unser Ziel ist es, die Wahlfreiheit der Eltern über den Geburtsort zu sichern. Freiberufliche Hebammen sollen eine Perspektive für die Berufsausübung in Sachsen erhalten, so dass die Geburtshilfe und weitere wichtige Angebote für Mutter und Kind, wie beispielsweise die Wochenbettbetreuung, gesichert werden können. Der Antrag der GRÜNEN-Fraktion im Umfang von 175.000 Euro pro Jahr fand in den Haushaltsberatungen fraktionsübergreifende Zustimmung und wurde in den Haushaltsbeschluss aufgenommen. Derzeit wird das Programm im Sozialministerium erarbeitet.

» Hintergrundpapier zum Pressegespräch "Wie kann es gelingen, die Hebammenversorgung in Sachsen zu sichern?" (20.12.2016) 

 

Parlamentarische Initiativen:

» Hebammenrettung als Thema im Doppelhaushalt 2017/18

» GRÜNER Antrag „Ambulante Geburtshilfe und Hebammenversorgung in Sachsen sicherstellen“ (Drs. 6/1874) 

» GRÜNER Antrag "„Programm zur Sicherung der Hebammenversorgung in Sachsen“ zügig umsetzen – Hebammen eine berufliche Perspektive eröffnen – Wahlfreiheit der Eltern über den Geburtsort in allen Regionen Sachsens sichern! (Drs 6/8414) 


Pressemitteilungen:

» Hebammen − Beschlüsse schnell umsetzen, damit Hebammen wieder eine Perspektive in Sachsen bekommen (20.12.2016) 

» Runder Tisch Hebammen: Gemeinsame Ziele vereinbart − GRÜNE erwarten Weiterfinanzierung des Landesprogramms (12.07.2018)


Reden:

» Volkmar Zschocke: Dass zukünftig noch mehr Hebammen ihren Beruf aufgeben, gilt es zu verhindern (08.10.2015) 


Weitere Infos:

» GRÜNE bedauern Schließung der gynäkologischen Klinik in Stolberg (06.12.2016)

» Hebammen-Mangel im Stollberger Kreiskrankenhaus – GRÜNER Landtagspolitiker kritisiert Ignoranz des Freistaates (10.03.2016) 

» GRÜNER Antrag zur Sicherung der Hebammenversorgung von der CDU/SPD-Koalition im Landtag abgelehnt (25.02.2016)

 

Veranstaltungen:

» 3. Runder Tisch Hebammen am 14. Juni 2018

» 2. Runder Tisch Hebammen am 19. Oktober 2017

» Runder Tisch Hebammen am 17. März 2017

» Internationaler Hebammentag 2017

» Diskussion und Filmtour "Hebammen in Not" (2016)

» Die GRÜNE Hebammentour 2015

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