Fachgespräch zu Mutterschutz und Selbstständigkeit
Wie können Selbstständige während Schwangerschaft und Mutterschaft besser abgesichert werden? Über diese Frage diskutierte die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag am 21. Mai 2026 mit Vertreterinnen und Vertretern aus Handwerk, Kultur- und Kreativwirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Sozialversicherung. Mit dabei war Johanna Röh vom Verein Mutterschutz für Alle!, das Projekt care:ativ des Landesverbandes der Kultur- und Kreativwirtschaft, die Arbeitsgemeinschaft „Selbstständigkeit und Familie“ der Handwerkskammer Dresden, das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM), die IKK Classic und der Westdeutsche Handwerkskammertag mit dem Projekt „Machbar machen!“.

Begleitet wurde das Fachgespräch von den Abgeordneten Franziska Schubert und Wolfram Günther.
Im Mittelpunkt des Fachgesprächs standen die Herausforderungen selbstständiger Frauen während Schwangerschaft und Mutterschaft, Erfahrungsberichte von Unternehmerinnen sowie aktuelle Studienergebnisse, die zeigten, dass viele Betroffene trotz gesundheitlicher Risiken bis kurz vor der Geburt arbeiten oder bereits wenige Wochen nach der Entbindung wieder in den Berufsalltag zurückkehren. Viele Frauen müssen die schmerzliche Entscheidung zwischen Unternehmerinnenschaft und Kinderwunsch treffen. Zentrale Gründe sind fehlende Absicherungsmöglichkeiten, finanzielle Belastungen und die Verantwortung für den eigenen Betrieb. Deutlich wurde, dass die bestehenden Regelungen den Lebens- und Arbeitsrealitäten vieler Selbstständiger nicht gerecht werden. Neben den persönlichen Belastungen wurden auch die Auswirkungen auf Familienplanung, Unternehmensentwicklung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf thematisiert.

Lösungen liegen bereits auf dem Tisch:
Der Westdeutsche Handwerkskammertag und das Institut für Mittelstandsforschung stellten die Ergebnisse des Pilotprojektes „Machbar machen!“ vor und skizzierten die Grundzüge des Modells zur Versorgung im Mutterschutz, an dessen Bearbeitung Unternehmerinnen maßgeblich beteiligt waren. Im Fokus standen dabei Fragen der unbürokratischen Einkommensabsicherung, der Unterstützung von Betrieben während Schwangerschaft und Mutterschutz sowie mögliche Finanzierungswege.
Die IKK Classic stellte einen pragmatischen Lösungsvorschlag aus Sicht der Versicherer vor, der auch die Sicherung vor den Mutterschutzfristen ins Blickfeld rückte.
Einigkeit bestand darüber, dass die derzeitigen Schutzlücken geschlossen werden müssen. Selbstständige Frauen sollen nicht länger vor der Entscheidung stehen, zwischen Familiengründung und wirtschaftlicher Existenz wählen zu müssen.

Wir kämpfen als BÜNDNISGRÜNE bundesweit für den Mutterschutz für Selbstständige. Aus Sachsen heraus fordern wir ein Pilotprojekt, dass die existierenden Lösungsvorschläge erprobt. Wir wollen neuen Schwung in die Bundesweite Debatte bringen!
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