Datum: 09. Oktober 2026

Kinderverkehrssicherheit: Sachsen muss durch gezielte Investitionen in sichere Schulwege endlich Verantwortung übernehmen

Anlässlich der heutigen Anhörung des Ausschusses für Infrastruktur und Landesentwicklung zum BÜNDNISGRÜNEN Antrag „Mehr Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche – schwere Unfälle vermeiden“ (Drs. 8/6592) erklärt Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Es ist Zeit, dass die Staatsregierung aufhört, die Sicherheit von Kindern mit Verweisen auf begrenzte Ressourcen auszubremsen. Wir dürfen die Sicherheit der Jüngsten weder dem vermeintlichen Spardruck opfern, noch dem Zufall überlassen, während Sachsen im Bundesvergleich das höchste Risiko für Kinder aufweist, bei Verkehrsunfällen schwer verletzt zu werden oder zu sterben. Kinder und Jugendliche müssen sicher und selbstständig unterwegs sein können – auf dem Schulweg genauso wie auf dem Weg zum Sport, zu Freundinnen und Freunden oder zum Spielplatz. Wir fordern die Staatsregierung auf, endlich strukturell in die Sicherheit und kindgerechte Gestaltung der Straßenräume zu investieren. Kindgerechte Straßen sind sichere Straßen für alle!“

Dr. Richard Scholz, Ökonom beim ValuePolitics Institute machte deutlich, dass Verkehrssicherheit keine Luxusaufgabe, sondern eine ökonomische Notwendigkeit ist. Allein an 400 identifizierten Unfallhotspots im Umfeld von Schulen entstand zwischen 2021 und 2025 ein gesellschaftlicher Unfallfolgeschaden von ca. 200 Millionen Euro. Dr. Scholz führte in der Anhörung aus: „Ich begrüße die Debatte über sichere Schulwege in Sachsen. Gerade bei knappen Haushaltsmitteln ist entscheidend, welchen Nutzen eine Investition erwarten lässt. Verkehrsunfälle verursachen hohe gesellschaftliche Kosten: Im gesamten Straßenverkehr in Sachsen betrugen sie 2025 nach Angaben der Staatsregierung rund 1,5 Milliarden Euro. Maßnahmen, die diese Kosten wirksam verringern, können auch öffentliche Haushalte und Sozialversicherungen entlasten. Deshalb müssen wir die Investitionskosten mit dem erwarteten gesellschaftlichen Nutzen vergleichen. Hieraus ergibt sich ein klar positives Nutzen-Kosten-Verhältnis für Investitionen in die Verkehrssicherheit auf Schulwegen.“

Meier betont abschließend:

„In der Anhörung wurde deutlich: Wenn wir gezielt in die 50 schadensreichsten Standorte investieren, steht jedem Euro ein Nutzen von 4,65 Euro an vermiedenen Folgekosten gegenüber. Es ist schlichtweg unverantwortlich, hier aus vermeintlicher Sparsamkeit zu zögern. Sichere Schulwege sind dabei ein zentraler Baustein. Kinder und Jugendliche brauchen auch in ihrer Freizeit und im eigenen Wohnumfeld sichere Querungen, durchgängige Geh- und Radwege und wirksame Verkehrsberuhigung. Dafür muss die Staatsregierung die Kommunen gezielt unterstützen und eine kontinuierliche, bedarfsgerechte Finanzierung sicherstellen. Verkehrssicherheit für Kinder darf keine Frage der Kassenlage oder des Wohnorts sein.“

>> Antrag der BÜNDNISGRÜNEN Fraktion im Sächsischen Landtag „Mehr Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche – schwere Unfälle vermeiden“ (Drs. 8/6592)

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