VW in Zwickau: Kretschmer setzt auf Zerstückelung statt Zukunftstechnologien
Mit seinem Vorschlag einer „Autounion Sachsen“ setzt Ministerpräsident Michael Kretschmer aus Sicht der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion auf die falsche Strategie für die Zukunft des VW-Standorts Zwickau.
Dazu äußert sich Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag wie folgt:
„Kretschmer setzt auf eine Strategie, die den Standort nicht nach vorn bringt, sondern zurückwirft. Zerstückelung ist kein Zukunftskonzept. Mit dem Vorschlag geht Kretschmer voll auf die Linie der Eigentümerfamilien Piëch und Porsche ein. Die stückweise Zerlegung folgt klaren wirtschaftlichen Interessen, die auf massive Dividenden oder den Verkauf von VW- Teilen setzt. Gleichzeitig fordert er von der Stadt Zwickau, den Gewerbesteuersatz zu senken, was ohne Ausgleichsbeitrag des Landes die ohnehin überlastete Kommunalfinanzierung vor massive Probleme stellt. “
„Ganz nach neuer CDU-Manier belehrt Herr Kretschmer Arbeitnehmende und Unternehmen, will aber selbst keinen Beitrag leisten. Kretschmer verkehrt den Wunsch nach Gleichberechtigung des Standortes bei VW ins Gegenteil: Mit den Forderungen nach Tarifsenkung sowie unbezahlter Mehr- und Samstagsarbeit bringt er den Standort genau dahin, wo wir ihn gerade nicht haben wollen – an die verlängerte Werkbank. Die Beschäftigten sollen noch mehr leisten, während die entscheidenden Fragen nach neuen Modellen, Technologien und Wertschöpfung offenbleiben. Das lässt jede Zukunftsvision klar vermissen.“
„Statt technologische Rückschritte benötigt auch unser Standort einen klaren Handlungsrahmen. Wir wollen Sachsen zum wichtigsten Vorreiter-Cluster der europäischen Kreislaufwirtschaft machen. Dafür braucht es einen klaren Fahrplan und ein Ende der Investitionsunsicherheit durch laufendes Regel-Ping-Pong in der EU.“
>> Pressebericht zum Vorstoß des Sächsischen Ministerpräsidenten zum VW-Standort in Zwickau