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Rede | 12.03.09

Michael Weichert: Gentechnikfreie Regionen fördern - Gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen endlich schützen

Es gilt das gesprochene Wort!

"Gentechnisch veränderte Organismen sind bereits in den meisten Lebensmitteln drin. Sich dagegen zu wehren, ist Kraftverschwendung." Diesen Unfug höre ich immer wieder von Befürwortern der Agro-Gentechnik, allen voran die großen Saatgut-Konzerne, die ein Milliardengeschäft wittern.

Dass Vertreter von CDU, FDP und leider auch der SPD dieses Argument dankbar aufgreifen, um ihren peinlichen Kniefall vor der Industrie zu legitimieren, kommt einem Verrat an den sächsischen Verbrauchern gleich. Der überwiegende Teil der Konsumenten lehnt gentechnisch veränderte Lebensmittel ab. Und sieht in den Gentech-Pflanzen keinen Nutzen, der es rechtfertigt, die menschliche Gesundheit und die Vielfalt in der Natur aufs Spiel zu setzen. [...]

Nur zehn der insgesamt rund 7.000 sächsischen Landwirtschaftsbetriebe setzen auf Gentechnik. Das sind gerade einmal 0,14 Prozent aller Betriebe. Sie werden zugeben, dass von großer Verbreitung und Akzeptanz bei den Landwirten derzeit keine Rede sein kann. [...]

Da aus den Reihen der Sächsischen Staatsregierung nicht viel zu erwarten ist, haben sich Landwirte in verschiedenen Teilen Sachsens bereits selbst zu gentechnikfreien Regionen und Initiativen auf Basis von Selbstverpflichtungserklärungen zusammengeschlossen.

Unser Antrag beschäftigt sich mit den Details und Voraussetzungen, die für gentechnikfreie Regionen gelten müssen.

Derzeit wird die gentechnikfreie Landwirtschaft in Sachsen nicht speziell geschützt. Sie ist von der Kooperationsbereitschaft der Gen-Bauern abhängig.

Darum brauchen wir GVO-freie Zonen und entsprechende Pufferzonen zum Schutz einer ökologischen und konventionell- gentechnikfreien Produktion sowie zum Erhalt der Biodiversität. Diese Gebiete sind langfristig zu sichern. [...]

Wir fordern die Staatsregierung auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und Schutzzonen anhand vernünftiger Kriterien auszuweisen sowie einen Überwachungsplan auszuarbeiten und zu implementieren. Am plausibelsten sind der Schutz der bestehenden gentechnikfreien Regionen und Initiativen sowie die Ausweisung zusätzlicher Entwicklungsgebiete gentechnikfreier Landwirtschaft.

Vollständiger Wortlaut als PDF zum herunterladen:

weichert_2009-03-12_slt132_top7

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