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Rede | 14.12.07

Michael Weichert: Kinderarbeit gehört weltweit geächtet und nicht durch unser Beschaffungswesen unterstützt

Es gilt das gesprochene Wort!

(...) Damit wir wissen, worüber wir heute abstimmen, lassen Sie mich ein Beispiel für ausbeuterische Kinderarbeit anführen: Ein Großteil der Natursteine, die wir in Deutschland verarbeiten, stammt aus indischen und chinesischen Steinbrüchen. Für Indien ist sowohl in Filmen als auch in Studien belegt, dass Kinderarbeit in den Steinbrüchen die Regel und nicht die Ausnahme ist. In der Region Budhpura sind fast 20% der Beschäftigten Kinder. Es sind Kinder, die keine Schule besuchen können, Kinder, die an Silikose erkranken – eine Krankheit, die auch unter dem Namen Quarzstaublunge bekannt ist -  und deren durchschnittliche Lebenserwartung ca. 40 Jahre beträgt. Der indische Durchschnitt liegt übrigens bei 63 Jahren.

Die Beseitigung der Kinderarbeit durch internationale Ächtung löst nicht das Problem der Unterentwicklung, aber: Wenn wir die Kinderarbeit nicht im Rahmen unserer Möglichkeiten aktiv bekämpfen, brauchen wir uns den anderen Problemen gar nicht erst stellen. Denn Kinderarbeit ist Ursache und Folge von Unterentwicklung. Wer Kinderarbeit bekämpft, leistet einen Beitrag um den Teufelskreislauf von Armut, Mangel an Bildung und unterbezahlter Erwerbsarbeit zu durchbrechen. (...)

Vollständigen Wortlaut als PDF-Datei herunterladen:
weichert_2007-12-14_slt96_top17.pdf

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