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Rede | 17.12.10

Michael Weichert: Umwelt- und gesellschaftlich relevante Leistungen der Landwirtschaft als Zusatzleistung für die Gesellschaft vorrangig fördern

Redeauszüge des Abgeordneten Michael Weichert zur Aktuellen Debatte "Die gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 - sächsische Interessen wahren" in der 27. Sitzung des Sächsischen Landtages, 17.12., TOP 1

Es gilt das gesprochene Wort!
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Sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Was gemeinsame Agrarpolitik ist, ist hinlänglich bekannt, nämlich ein Politikbereich der Europäischen Union, bei dem es um gemeinsame Marktordnung und die Entwicklung des ländlichen Raums geht.

Was sind nun in diesem Sinne sächsische Interessen?
Sind es partikulare Interessen großflächiger Agrargenossenschaften oder doch eher die Interessen aller Menschen in Sachsen und unseren nachfolgenden Generationen.

Ich denke letzteres!

Wenn das so ist, dann heißt das, dass sächsische Interessen im Kontext aktueller Entwicklungen und Herausforderungen zu sehen sind.

  • Wir müssen dem Klimawandel mit Klimaschutz begegnen
  • Wir müssen die Erhaltung der Biodiversität sichern
  • Wir müssen das Wassermanagement verbessern
  • Wir müssen den Ausbau der Regenerativen Energien voranbringen
  • Wir müssen Tiere artgerecht halten
  • Wir müssen für ein gutes Leben in allen Landesteilen auch in den strukturschwachen ländlichen Regionen sorgen

Das heißt erstens: Es muss gemeinsames Ziel bleiben, die Fördergelder auch weiterhin für eine sorgsame Landwirtschaft, Ökolandbau, für Naturschutz und die Entwicklung des Ländlichen Raums zu verwenden.

Das heißt zweitens: Gemeinsames Ziel soll es auch sein, Umwelt- und gesellschaftlich relevante Leistungen der Landwirtschaft als Zusatzleistung für die Gesellschaft vorrangig zu fördern.

Natürlich müssen diese Leistungen benannt und messbar sein.
Beispielsweise:

  • Landschaftspflege im Landwirtschaftsbetrieb und eine ordentliche Grünlandwirtschaft
  • Festlegung von Produktionsbesonderheiten und Kennzahlen, wie Ak/ha, GV/ha, Vielseitigkeit der Fruchtfolge, Humusmehrung, CO2-Minderung durch Legumeninosenanbau, Zwischenfruchtanbau etc.

Wichtig ist auch, diese Leistungen offen mit den Verbrauchern zu kommunizieren. Landwirtschaftsbetriebe werden gefördert, wenn sie sich auf die Bedürfnisse der Verbraucher einstellen. Das beste Schutzsystem für Flora und Faune, für Boden und Wasser ist der Ökolandbau. Deshalb ist es sinnvoll, die Förderung ausrichten auf den Aufbau von Wertschöpfungsketten, Regionalvermarktung und Unternehmenskooperationen.

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