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Pressemitteilung | 20.01.15

9,1 Millionen Euro für kaum genutzte Häfen Torgau und Dresden

(2015-26) Zwischen 2007 und 2014 hat der Freistaat Sachsen in die drei Häfen Dresden, Riesa und Torgau insgesamt 31,3 Millionen Euro investiert und das obwohl die Container-, Waren- und Güterumschläge außer in Riesa kontinuierlich zurückgehen. Dies ergab eine Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Wolfram Günther (GRÜNE).

Der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erteilt auf Grundlage der Zahlen dem weiteren Ausbau der Elbe eine deutliche Absage:
"Der Elbeausbau ist nicht zu verantworten. Die Zahlen belegen eindrucksvoll, dass es kaum eine nennenswerte Nachfrage nach Schiffsgüterverkehr auf der Elbe gibt. Nur acht Prozent der in den drei sächsischen SBO-Häfen (SBO: Sächsische Binnenhäfen Oberelbe) umgeschlagenen Güter wurden 2014 (Januar-Oktober) mit dem Schiff transportiert, jedoch 52 Prozent mit dem Lkw und 40 Prozent auf der Schiene. Zum Vergleich: 2007 wurden noch 17 Prozent der Güter in den sächsischen Häfen umgeschlagen."

"Die Investitionen der Staatsregierung von 9,1 Millionen Euro in die Häfen Torgau und Dresden zwischen 2007 und 2014 halte ich für Steuergeldverschwendung. Schaut man sich den Container- und Güterumschlag der vergangenen sieben Jahre an, wird klar, dass sich diese Investitionen wirtschaftlich kaum lohnen. In Torgau wurden bis September 2014 nur 19 Kilotonnen umgeschlagen, sieben davon auf das Schiff. Dennoch hat die Staatsregierung zwischen 2007 und 2014 in den Hafen insgesamt 1,1 Millionen Euro und in den Hafen Dresden acht Millionen Euro gesteckt. Wieso investiert die Staatsregierung in zwei Häfen, die offensichtlich keine sind? Torgau und Dresden sind vor allem Verladestationen von Gütern auf die Verkehrsträger Lkw und Schiene", erklärt der Abgeordnete.

In der Verkehrsrundschau hatte Heiko Loroff, Chef der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe, am 02. Januar 2015 noch behauptet, dass der Güterumschlag der SOB 2014 insgesamt um fünf Prozent auf knapp 2,2 Millionen Tonnen zugelegt habe.

"Festzuhalten ist, dass der Anteil der Güterschifffahrt am Umschlag in den sächsischen Häfen verschwindend gering ist – Tendenz fallend. Wir GRÜNE treten aufgrund der zurückgehenden Bedeutung des Schiffsverkehrs auf der Elbe weiter dafür ein, die Elbe naturnah zu erhalten, sodass Mensch und Tier auch in Zukunft ihre Freude an und in dem Fluss haben können. Wir wollen den Elbraum vor allem für Naturtourismus entwickeln. Hier liegen die eigentlichen wirtschaftlichen Potentiale für Anrainerregionen", erläutert Wolfram Günther.

» Kleine Anfrage: "Containerverkehr auf der Elbe und Umschlag in den Häfen der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO)" (Drs. 6/347)

» Artikel "Binnenhäfen-Chef fordert Klarheit für Oberelbe" (Heiko Loroff)

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