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Pressemitteilung | 03.07.19

Günther: Jeder Mensch, der auf Sachsens Straßen das Leben verliert, ist einer zu viel

(2019-161) 197 Menschen fanden 2018 auf Sachsens Straßen den Tod. Das war ein Anstieg um 50 Menschen bzw. 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, so stark wie in keinem anderen Bundesland. Auch 2019 vergeht kaum eine Woche, dass uns nicht Nachrichten von schweren bzw. tödlichen Fahrradunfällen erreichen.
Darum verlangt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag von der Staatsregierung die Erarbeitung eines Konzepts für mehr Verkehrssicherheit.
Der entsprechende Antrag  '"Vision Zero" – Null Verkehrstote: schwere Verkehrsunfälle verhindern, Konzept für mehr Verkehrssicherheit in Sachsen erarbeiten' steht am Donnerstag, 04.07., auf der Tagesordnung des Sächsischen Landtags (TOP 8).
 
"Jeder Mensch, der auf Sachsens Straßen das Leben verliert, ist einer zu viel. Sachsen braucht ein umfassendes Konzept zur Vermeidung schwerer Unfälle", erklärt Wolfram Günther, Fraktionsvorsitzender der Fraktion. "Der Fokus in der Verkehrsplanung muss weg von der sogenannten Flüssigkeit und Leichtigkeit, also der Reisegeschwindigkeit des Kfz-Verkehrs hin zur Vermeidung von Unfällen gelenkt werden. Die Belange des Rad- und Fußverkehrs stehen viel zu oft hinten an, auch die Sicherheit der Schulwege."
 
"In anderen Ländern wird der Ansatz 'Null Verkehrstote' schon sehr erfolgreich umgesetzt. Schweden ist Vorreiter mit 'vision zero' seit dem Jahr 1998. Auch die Schweiz hat mit dem Programm 'via sicura' seit 2012 die Zahl der tödlich Verunglückten deutlich senken können. Bezogen auf 100.000 Einwohner starben 2018 in Schweden 2,8 Personen, in der Schweiz 2,7 Personen, in Deutschland 4,1 Personen und in Sachsen 4,9 Personen."
 
Im jüngst verabschiedeten Landesverkehrsplan 2030 gibt es erstmals Ansätze, dem Thema Verkehrssicherheit mehr Beachtung zu schenken.
"Doch die Zielstellung, die Anzahl der Getöteten um 40 Prozent zu reduzieren, ist nicht ambitioniert genug", kritisiert Günther. "Ich will mich nicht damit abfinden, dass Menschen auf der Straße sterben. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Zahlen zuletzt wieder angestiegen sind und seit 2009 zwischen 150 und 200 Menschen jährlich auf Sachsens Straßen den Tod finden."
 
"Die Verkehrssicherheitsarbeit in Sachsen konzentriert sich bisher auf verkehrserzieherische Maßnahmen. Diese sind notwendig und müssen fortgeführt werden. Die Vermeidung von Unfällen durch eine von vornherein sichere Infrastruktur und die konsequente Anordnung von Tempobeschränkungen muss aber einen höheren Stellenwert bekommen", fordert der Fraktionsvorsitzende. "Auch für die Entschärfung von Unfallschwerpunkten muss deutlich mehr getan werden. Die im Haushalt vorgesehenen Mittel sind mit 300.000 Euro pro Jahr nicht ausreichend bemessen. Der Personalmangel in den Straßenbauverwaltungen tut sein Übriges."
 
Weitere Informationen:
»
GRÜNER Antrag '"Vision Zero" - Null Verkehrstote: schwere Verkehrsunfälle verhindern, Konzept für mehr Verkehrssicherheit in Sachsen erarbeiten' (Drs 6/18082)




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