Datum: 11. März 2021

Schulen/Corona: Keine Schulöffnung ohne funktionierende Teststrategie

Gestern wurde bekannt, dass zur flächendeckenden Schulöffnung am 15. März 2021 in Sachsen voraussichtlich nicht genügend Tests auf das Corona-Virus zur Verfügung stehen. Deshalb kommt die angekündigte Testpflicht vorerst nicht.

Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, zeigt sich enttäuscht:

„Die Öffnung der Schulen ohne sichere Teststrategie ist aus meiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt falsch. Gerade angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens ist eine effektive Teststrategie essentiell. Der Infektionsschutz ist wichtiger als das Festhalten an fixen Daten. Ich bin dem Kultusministerium dankbar für seine Bemühungen, ausreichend Tests zur Verfügung zu stellen. Wir sollten aber ehrlich mit dem kurzfristigen Engpass umgehen und keine Schulöffnung um jeden Preis durchziehen. Vor allem in den Landkreisen, die sich auf einen Inzidenzwert von 100 zubewegen, würde ich derzeit von weiteren Öffnungen absehen.“

„Parallel dazu brauchen die Kinder, Jugendlichen und Eltern endlich eine verlässliche Perspektive und Bildungsangebote. Ich habe mehrfach betont, dass es Alternativen zu vollen Klassen in den Schulen für die Zeit hoher Infektionszahlen braucht. Wechselmodelle mit kleineren Gruppen, die sich tage- oder wochenweise abwechseln, können das Risiko deutlich verringern und gleichzeitig einen wichtigen Schritt zur Normalität bedeuten.“

Kathleen Kuhfuß, gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, ergänzt:

„Der Schutz der Lehrkräfte und Kinder in den Schulen muss im Mittelpunkt stehen. Es ist niemandem geholfen, wenn wir am Montag aufmachen und am Dienstag die ersten wieder in Quarantäne gehen. Der Schutz braucht Vorbereitungszeit, was sich aktuell erneut deutlich zeigt. Aus meiner Sicht riskieren wir zu viel, wenn wir die Schulen nun ohne gesichertes Testkonzept vollkommen öffnen. Ich plädiere für sichere Perspektiven, die mit den Gesundheitsämtern abgesprochen sind.“

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