Datum: 22. September 2022

Bildung für nachhaltige Entwicklung: Gewachsene Strukturen festigen und ausbauen

Der Sächsische Landtag hat heute den Antrag „Land-, Forst-, Ernährungswirtschaft und Gartenbau in der schulischen Bildung im Freistaat Sachsen authentisch vermitteln“ (Drs 7/10404) der Koalitionsfraktionen CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD beschlossen.

Dazu erklärt Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Schule ist mehr als Mathematik oder Deutsch. Schule stärkt auch andere entscheidende Kompetenzen für das zukünftige Leben unserer Kinder. Es gibt zahlreiche Anknüpfungspunkte, um auch im Schulunterricht über Umweltschutz und Ernährung, Ackerbau und Viehwirtschaft oder die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald zu sprechen. Die Themen Land-, Forst-, Ernährungswirtschaft und Gartenbau sind fester Bestandteil des Gesamtkonzepts Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Dieses wurde als überfachliches Ziel in den Lehrplänen aller Schularten verankert. Vielfältig sind auch die Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Die Palette reicht von Schulgärten und grünen Klassenzimmern über Ganztagsangebote zum Imkern bis hin zu den jährliche stattfindenden Waldjugendspielen.“

„Ziel unseres Antrags ist es, die gewachsenen Strukturen zu festigen, auszuweiten und weiterzuentwickeln. Es geht, ganz im Sinne von BNE, um Handlungswissen. Es geht darum, Kindern und Jugendlichen ein umfassendes Verständnis für die wirtschaftliche Nutzung natürlicher Ressourcen zu vermitteln. Ihr Bewusstsein für einen sorgsamen, nachhaltigen und respektvollen Umgang mit Natur und Umwelt soll geschärft werden.“

„Um das zu erreichen und die Themen Land-, Forst-, Ernährungswirtschaft und Gartenbau noch stärker in der schulischen Bildung einzubinden, sind einige Herausforderungen zu meistern: Vielfach stoßen Angebote, etwa in der Waldpädagogik, an personelle Grenzen. Viele freiberuflich Tätige sind aufgrund der Corona-Pandemie in andere Berufsfelder gewechselt. Oftmals übersteigt die Nachfrage nach Veranstaltungen das Angebot. Das betrifft auch Fortbildungsangebote für Lehrkräfte.“

Weiterhin erklärt Melcher: „Wir BÜNDNISGRÜNE sehen außerdem den Bedarf, die Umsetzung der Landesstrategie BNE auch durch strukturelle Maßnahmen voranzubringen. Es ist gut und richtig, dass die Landesstiftung Natur und Umwelt in ihrer Arbeit als BNE-Koordinierungsstelle gestärkt wird. Nachbesserungsbedarf sehen wir hingegen bei der Ausstattung der regionalen Servicestellen. Sie sind wichtig, um die BNE-Arbeit weiter zu professionalisieren, aber auch, um konkret vor Ort schulische und außerschulische Akteure zusammenzubringen. Dafür braucht es einen angemessenen finanziellen Rahmen. Diesen wollen wir im Haushalt setzen.“

„Schließlich plädieren wir für eine Stärkung von BNE in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Gerade in der universitären Phase der Lehramtsausbildung braucht es mehr Verbindlichkeit, jenseits von fakultativen Angeboten und Fortbildungen.“

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