Datum: 23. März 2022

Koalition nimmt aktuelle Lage des sorbischen Volkes in den Blick: Sorbische Kultur und Sprache sind ein Schatz

Der 7. Sächsische Landtag hat in seiner 46. Sitzung heute einen Antrag der Koalitionsfraktionen CDU, BÜNDNISGRÜNE und SPD zum „Sechsten Bericht der Lage des sorbischen Volkes im Freistaat Sachsen“ (Drs 7/9324) beschlossen. Darin wird beispielsweise die Situation der Lehrkräfte für Schulen im sorbischen Siedlungsgebiet sowie die Verwendung der Mittel für den Strukturwandel thematisiert.

Franziska Schubert, Sprecherin für Sorbische Angelegenheiten und Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt zum Antrag:

„Die sorbische Kultur und Sprache sind ein Schatz für Sachsen, den wir schützen, bewahren und weiterentwickeln wollen. Der ‚Bericht zur Lage des sorbischen Volkes im Freistaat Sachsen‘ ist uns dabei eine wichtige Unterstützung, denn er zeigt uns Handlungsbedarfe auf. Diese nehmen wir als Politik ernst und verknüpfen sie in unserem Antrag mit konkreten Arbeitsaufträgen an die sächsische Staatsregierung.“

„Um die sorbische Sprache zu erhalten, muss sie weiterhin an den Schulen stattfinden – und zwar durchgehend. Auch hier ist der Nachwuchsbedarf groß. Der Freistaat hat deshalb bereits 2016 ein Maßnahmenpaket beschlossen, um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken. Wir wollen wissen, wo wir jetzt noch rangehen müssen, um den Unterricht in sorbischer Sprache sichern zu können.“

„Gleichzeitig besteht für das sorbische Siedlungsgebiet aktuell auch eine riesige Chance durch die Gelder für den Strukturwandel. Zwischen 2022 und 2038 werden vom Bund jährlich 2,5 Millionen Euro für sorbische Projekte zur Verfügung gestellt. Wir wollen genau analysieren, wie wir die verfügbaren Mittel dem Erhalt der sorbischen Kultur und Sprache zugute kommen lassen können.“

„Die Sorben haben längst erkannt, dass, wenn ihre Sprache zukunftsfähig sein soll, sie den Sprung in den digitalen Raum schaffen muss. Mit einem eigenen Digitalkonzept soll die sorbische Sprache auf elektronischen Geräten besser unterstützt werden, mehr digitale Inhalte auf Sorbisch zur Verfügung stehen und digitale Kompetenzen besser vermittelt werden. Das Konzept setzt dabei konsequent auf offene Daten, offenen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen und freie Lizenzen. Einen großen Schritt nach vorn bedeuten auch die Veröffentlichung des ersten Online-Übersetzers Sorbisch-Deutsch sowie die Arbeiten an einer automatischen Vorlesefunktion und der sorbischen Spracherkennung. Als BÜNDNISGRÜNE werden wir diese Prozesse unterstützen und uns innerhalb der Staatsregierung dafür einsetzen.“

Weitere Informationen:

>> Antrag der Fraktionen CDU, BÜNDNISGRÜNE und SPD: „Sechster Bericht zur Lage des sorbischen Volkes im Freistaat Sachsen“ (Drs 7/9324)

>> Redebeitrag der BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Franziska Schubert: „Wir wollen als Koalition zum Erhalt der sorbischen Kultur und Sprache beitragen“

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