Datum: 27. Juni 2022

Stiftung „Hilfe für Familien, Mutter und Kind“: Die Stiftung braucht ein Update

Der Ausschuss für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Sächsischen Landtages hat heute in seiner 39. Sitzung einen Antrag der Koalitionsfraktionen CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD angehört, der die Weiterentwicklung der Stiftung „Hilfe für Familien, Mutter und Kind“ (Drs 7/9381) zum Ziel hat.

Kathleen Kuhfuß, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt zur Anhörung:

„Wir brauchen die Stiftung ‚Hilfe für Familien, Mutter und Kind‘ dringend, das zeigt schon allein die große Zahl an Antragsstellungen. Sowohl vor als auch nach der Geburt benötigen viele Familien finanzielle Hilfe. Das verdeutlicht, dass es im System der Grundsicherung, insbesondere in der Situation der Familiengründung, erhebliche Fehlstellen gibt. Es ist für mich schwer zu ertragen, dass die Situation einer Schwangerschaft für viele tausend Sächsinnen und Sachsen zu finanziellen Notlagen führt.“

Die Anhörung hat herausgestellt, dass sich in den letzten Jahrzehnten die Bedarfe geändert haben. Dazu betont Kuhfuß: „Familien sind Menschen unterschiedlicher Generationen, die füreinander Verantwortung übernehmen. Dieses Bild aus der Anhörung unterstütze ich sehr. Familie ist heute mehr als Mutter und Vater, das muss sich auch in der Stiftung widerspiegeln. Der Antrag führt jetzt zu einer Weiterentwicklung der Stiftung und kann auch neue Aspekte berücksichtigen.“

„Die Grundsätze der Stiftung brauchen ein Update, um beispielsweise die Bürokratie zu vereinfachen, den Kreis der Berechtigten zu erweitern, aber um auch ganz neue Themen mit aufzunehmen. So sind etwa Familien mit einem behinderten Elternteil oft auf Mobilitätshilfen angewiesen, damit der Alltag auch mit einer Einschränkung organisiert werden kann. Hier braucht es dringend eine Fördermöglichkeit, um Selbständigkeit und Selbsthilfe zu ermöglichen.“

„Ein weiteres Thema, was mich besonders umtreibt, ist die Forderung der Expertinnen und Experten, dass es an der Finanzierung von langfristigen Verhütungsmitteln fehlt. Frauen und Familien, die keine Kinder mehr wollen, suchen hier dringend Unterstützung. Das verhindert persönliches Leid und Abtreibungen.“

Kuhfuß dankt abschließend allen Engagierten: „Mein Dank gilt den Mitabeiterinnen und Mitarbeitern sowie Beraterinnen und Beratern, die vielen Familien in Not in den vergangenen Jahrzehnten mit ihrer Arbeit die notwendige Unterstützung organisiert haben und die sich jetzt auch für die Weiterentwicklung stark machen.“

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