Datum: 09. Dezember 2022

Waldzustandsbericht 2022: Waldumbau und Waldmehrung sind überlebensnotwendig

Das Ministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft hat heute den Waldzustandsbericht 2022 vorgestellt. Laut Bericht sind 43 Prozent der Waldbäume in Sachsen schwach und 35 Prozent deutlich geschädigt. In der bisher 32-jährigen Beobachtungshistorie erreicht der aktuelle mittlere Nadel- und Blattverlust einen neuen Höchststand von 27 Prozent und liegt somit erneut sehr deutlich über dem langjährigen Mittelwert von 17,2 Prozent.

Dazu erklärt Volkmar Zschocke, naturschutz- und waldpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Die Klimakrise gefährdet die Zukunft unseres sächsischen Waldes, das macht der Waldzustandsbericht 2022 einmal mehr deutlich. Die Ausmaße der Trockenperioden, Stürme und Brände der vergangenen Jahre sowie die Schwächung der Bäume und die Borkenkäferkalamitäten sind unübersehbar in ganz Sachsen. Doch nicht nur die Vitalität einzelner Bäume ist durch den Klimawandel geschwächt: Vielmehr sind die für uns Menschen überlebensnotwendigen ökologischen Dienstleistungen des Waldes, wie etwa Luftreinhaltung oder Wasserspeicherung, gefährdet.“

„Wir BÜNDNISGRÜNE unterstützen daher die Anstrengungen um jeden einzelnen Hektar Wald in Sachsen. Wir müssen aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und den ökologischen Waldumbau jetzt konsequent angehen: Unser Ziel ist es, die sächsischen Wälder zu artenreichen und naturnahen Mischwäldern umzubauen. Denn nur klimastabile Waldökosysteme haben die Chance, weitere Witterungs- und Klimaveränderungen erfolgreich zu bestehen.“

Weiterhin betont Zschocke: „Auch die Wiederbewaldung von freistehenden Waldflächen ist für uns BÜNDNISGRÜNE ein wichtiger Baustein für den sächsischen Wald der Zukunft. Sachsen ist mit 28,3 Prozent Waldanteil an der Landesfläche ein verhältnismäßig waldarmes Land. Gemäß Landesentwicklungsplan aus dem Jahr 2013 ist dieser Anteil auf 30 Prozent zu erhöhen. Eingriffe in den Wald durch Gewerbe oder Energieerzeugung müssen so gering wie möglich gehalten und durch Aufforstung zu artenreichen, naturnahen Mischwäldern ausgeglichen werden. Die zunehmende Konkurrenz um Flächen darf auf keinen Fall zu Lasten des Waldes und der vereinbarten Ziele zur Waldmehrung gehen.“

„Nicht zuletzt muss der Waldbrandvorsorge und -bekämpfung ein wesentlich höherer Stellenwert eingeräumt werden. Dieser ressortübergreifenden Verantwortung werden wir uns mit dem Doppelhaushalt 2023/24 im Freistaat Sachsen stellen.“

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