Datum: 27. April 2023

Aktuelle Debatte Wasser: Sichere Wasserversorgung ist Naturschutz und nachhaltige Wirtschaftspolitik zugleich

Der Sächsische Landtag hat heute auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in einer Aktuellen Debatte mit dem Titel „Mit Wasser haushalten – damit Sachsen zukünftig nicht auf dem Trockenen sitzt“ über die Auswirkungen von Klimawandel und Bergbau auf die Wasserversorgung im Freistaat sowie verschiedene Maßnahmen zum Wasserschutz diskutiert.

Volkmar Zschocke, umwelt- und naturschutzpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, machte in der Debatte deutlich:

„Wasser ist für Mensch, Tier und Natur, aber auch für die sächsische Wirtschaft ein überlebensrelevanter Faktor. Doch die Analyse der Expertinnen und Experten auf den Wasserkonferenzen in Hoyerswerda und Leipzig hat gezeigt: Das verfügbare Wasser reicht absehbar nicht mehr aus, um alle Bedarfe zu decken! Deshalb braucht es dringend Anpassungen bei Wasserhaushalt, Wassermanagement und Verbrauch, um das komplexe System der Wasserversorgung im Freistaat Sachsen zukunftssicher aufzustellen.“

„Unsere Wasserinfrastruktur ist den Herausforderungen des Klimawandels aktuell nicht gewachsen. Hier müssen wir dringend nachsteuern und unsere Prioritätensetzung anpassen – von der Bewirtschaftung von Flüssen, Seen und Speichern über Bodenversiegelung, Flächennutzung und Flächenverbrauch bis hin zur mehrjährigen Investitionsplanung sowie Landkreis- und länderübergreifenden Zusammenarbeit. Mit dem Koalitionsantrag ‚Grundsatzkonzeption Wasserversorgung 2030‘ und dem Auenprogramm haben wir hier wichtige Grundsteine gelegt, an die es nun anzuknüpfen gilt.“

Weiterhin betont Zschocke: „Eine sichere Wasserversorgung wird zu einem immer wichtigeren Standortfaktor, vor allem mit Blick auf den Strukturwandel. Denn die angestrebten Industrieansiedlungen sind entscheidend von einer langfristig abgesicherten Wasserversorgung abhängig, beispielsweise in den Bereichen der Wasserstoffwirtschaft und Hochtechnologie. Und auch die Planungen der Seen- und Naturlandschaften in den Bergbaufolgeregionen fußen auf der zuverlässigen Verfügbarkeit von Wasser. Nur wenn diese gegeben ist, sind Tourismus und Naherholung möglich.“

„Im Spannungsfeld zwischen zunehmenden Mangelphasen und steigendem Wasserbedarf wird strategisches Wassermanagement zur zentralen Überlebensfrage für Sachsens Regionen. Dass wir unsere Wasserversorgung zukunftssicher aufstellen, ist daher nicht nur im Sinne des Naturschutzes geboten, sondern auch ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Wirtschaftspolitik. Hier kommen enorme Kosten auf Sachsen zu. Doch wenn wir jetzt nicht handeln, werden die langfristigen Folgekosten um ein Vielfaches höher sein.“

Weitere Informationen:

>> Redebeitrag des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordeten Volkmar Zschocke: „Strategisches Wassermanagement wird zur zentralen Überlebensfrage für alle sächsischen Regionen“

>> Flyer der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion: „Wasser schützen. Damit Sachsen künftig nicht auf dem Trockenen sitzt.“

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