Datum: 05. März 2024

4. Sächsischer Drogen- und Suchtbericht – BÜNDNISGRÜNE werben für mehr Prävention und Suchtberatung

Das sächsische Kabinett hat heute den Vierten Sächsischen Drogen- und Suchtbericht behandelt. Petra Čagalj Sejdi, drogenpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt dazu:

Die Zahlen des Drogen- und Suchtberichts sind weiterhin besorgniserregend. Das größte Problemfeld für den Freistaat liegt weiterhin bei der Droge Alkohol. Sowohl der Anteil an Menschen, die Alkohol konsumieren, als auch das Ausmaß riskanten Alkoholkonsums, liegen in Sachsen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Knapp 420.000 Menschen in Sachsen sind von problematischem Alkoholkonsum betroffen. Mehr als die Hälfte der Fälle in der sächsischen Suchtberatungs- und -behandlungsstellen sind auf alkoholbezogene Störungen zurückzuführen. Für uns BÜNDNISGRÜNE zeigen die Zahlen deutlich: Das Angebot an Präventionsmaßnahmen im Freistaat muss weiterhin ausgebaut werden. Hierbei braucht es insbesondere einen Fokus auf frühzeitige Intervention, um eine Verfestigung von Abhängigkeiten zu verhindern. Eine flächendeckende Verfügbarkeit und gute Ausstattung von Suchtberatungsstellen ist unerlässlich, um insbesondere junge Menschen bezüglich Alkohol, Cannabis und exzessiver Mediennutzung beraten zu können.“

Angesichts der bevorstehenden Legalisierung von Cannabis betont Petra Čagalj Sejdi: „Der Anstieg des Cannabiskonsums, vor allem unter jungen Menschen, in den letzten zehn Jahren zeigt das Scheitern der bisherigen Verbotspolitik. Die Legalisierung stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer realitätstauglichen, fortschrittlichen und menschlichen Drogenpolitik dar, die den Gesundheits-, Jugend-, und Verbraucherschutz in den Vordergrund rückt und den Schwarzmarkt eindämmt.“

„Nun sind wir gefordert, die cannabisbezogene Präventionsarbeit und Suchtberatung in Sachsen auszubauen und gezielt Kinder und Jugendliche zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Substanzen zu befähigen.“

12 Comments

  1. Sven Kischel 10. März 2024 at 15:25 - Reply

    Liebe Grüne in Sachsen,
    Ich bin entsetzt und aufgebracht: seit Ihrer Gründung waren Die Grünen die einzige glaubhafte Legalisierungspartei. Jetzt, da das CanG mit überwältigender Mehrheit den Bundestag passiert hat, liegt es ALLEIN an den Grünen, die Verweisung in den Vermittlungsausschuss zu stoppen! Stehen Sie bitte zu Ihrem Parteiprogramm und bringen Sie das CanG sicher nach Hause, alles andere wäre ein Verrat an mir und Millionen anderer Wähler. Dieses Gesetz ist wichtig und- nachdem sogar Joe Biden dem für die USA zustimmt- notwendig, um jahrzehntelanges Unrecht zu beseitigen!
    Liebe Grüne, liebe Frau Petra Čagalj Sejdi: Wenn Sie je wieder meine Stimme haben wollen, halten Sie Wort und lassen Sie das CanG endlich zum 1. April in Kraft treten.

    Mit (noch) freundlichen Grüssen,
    Sven Kischel

  2. Daniel Fink 17. März 2024 at 0:23 - Reply

    Liebe Grüne Sachsen,

    Herr Kretschmer hat mit seinem heutigen Tweet sehr klar gemacht, dass ein VA zum CanG keinesfalls irgendwelche reellen oder konstruierten Schwächen des Cannabis Gesetzes ausbessern soll, sondern dass es den VA nicht mehr verlassen soll.

    Er kokettiert offen damit, ein vom Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedetes Einspruchgesetz im VA bis zur nächsten Legislaturperiode „verhungern“ zu lassen.

    Wenn die sächsischen Grünen sich nicht vollkommen unglaubwürdig machen und sich vor den Karren eines CDU-geführten Kulturkampfs spannen lassen wollen, dann sollten sie dafür sorgen, dass sich Sachsen im Bundesrat enthält.

    Wie die Grünen ja nicht müde werden zu betonen, ist die Prohibition nicht nur gescheitert, sie versagt auch und gerade im Jugendschutz und zerstört gleichzeitig die Leben vieler vollkommen durchschnittlicher und Mitten im Leben stehender Menschen durch einen vollkommen unverhältnismäßigen Grad an strafrechtlicher Verfolgung einfacher Konsumenten.

    Ich hoffe sehr, dass die Grünen im Landtag die Stimmung unter ihren Wählern richtig zu deuten wissen…

  3. Jan Volz 17. März 2024 at 0:33 - Reply

    Liebe Grüne,

    ich habe gerade mit sehr großem Erstaunen vom MP Kretschmer gelesen, dass er das CanG im Vermittlungsausschuss verrotten lassen möchte:

    https://twitter.com/MPKretschmer/status/1769061791932239972.

    Diese Aussage von einem Ministerpräsidenten widerspricht allen demokratischen Maßstäben, wie sie mir sicher zustimmen werden.

    Nach offiziellen Zahlen konsumierten im Jahr 2021 in Deutschland 8,8% der Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren. Das sind etwa 4,5 Millionen wahlberechtigte Menschen und die Dunkelziffer dürfte weitaus größer sein. Ich vermute, dass mindestens jeder Zehnte in Deutschland aktuell konsumiert und damit ist Cannabis in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

    Diese derzeit illegalen Cannabiskonsumenten sind als Fakt und Gesellschaftsbestandteil erstmal nicht greifbar. Welche Funktionen führen sie in der Gesellschaft und für sie aus? Wenn die Entkriminalisierung am 01.04.2024 durch ist und diese dunklen, illegalen Gestalten nach und nach ins Licht treten, wird es wohl einige Überraschungen geben. Und wenn diese aktuell illegalen Konsumenten in der Gesamtheit den Hammer fallen lassen würden, würde in Deutschland kein Licht mehr brennen, auch das ist ein Fakt.

    Cannabis-Genuss ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, alles andere ist hilflose Propaganda. In der Mitte der Gesellschaft bedeutet „ohne läuft schon heute nichts mehr“, die Verfolgung muss aufhören, das ist ein Gebot der Stunde in einer Gesellschaft, in der die Demografie die Zahl der verfügbaren Arbeitnehmer unerbittlich reduziert.

    10% gut vernetztes Wahlvolk und 2024 ist ein Superwahljahr, die Chancen sollten nicht vertan werden.
    Viele Grüße, Jan Volz

  4. Sebastian 17. März 2024 at 3:11 - Reply

    Die heutige Ankündigung des Herrn Ministerpräsidenten Kretschmer zur geplanten Abstimmung im Bundesrat bezüglich dem CanG finde ich sehr traurig. Ebenso angekündigt hat auf X der Herr Ministerpräsident, dass es sein erklärtes Ziel sei, dass dieses Gesetz niemals mehr den Bundesrat verlassen wird.

    Es ist bedauerlich, dass Sie dieses Spiel mitspielen. Als Partei der Ampel Bundesregierung sollten sie hier auf eine Enthaltung drängen. Vielleicht gibt es aber auch andere Gründe und getreu dem Motto vor der Wahl ist nach der Wahl wurden Ihnen bereits Ministerposten in Aussicht gestellt. An dieser Stelle bedienen Sie also das typische Klischee der sogenannten „Altparteien“. Jawohl: Genau so etwas will die AfD sehen! Und ein paar enttäuschte Wähler dazu und schon reibt man sich die Hände!

    Da ich davon ausgehe, dass der Herr Ministerpräsident nichts ohne ihr Wissen auf X veröffentlicht möchte ich Ihnen gerne mitteilen, dass ich Ihren Verrat an Ihrer Wählerschaft, insbesondere an der Grünen Wählerschaft mehr als nur bedauerlich finde! Wahlversprechen zu brechen ein wahres Fest für die AfD!

    Die AfD wird sicherlich, aus jeder holprigen oder gescheiterten Gesetzgebung ihren Nutzen ziehen und auch ihren (grünen) Verrat an den Wählern großzügig ausschlachten. Das rechtsextreme Treffen in Berlin mit all den abscheulichen Ideen sowie das üble Geschwätz von Martin Sellner werden bald vergessen sein! Machen Sie also nur weiter so und streiten Sie sich weiterhin untereinander und werfen sich gegenseitig Steine in den Weg. Die AfD wird sich freuen und weiter in Sachsen zulegen, denn genau das ist es was die AfD und all die Rechten hier stark macht. Jeder ist seines Glückes Schmied, nutzen Sie also Ihre Möglichkeiten als gute Demokraten. Und betrügen Sie vor allem Ihre Wähler nicht mit fadenscheinigen Ausreden, die ohnehin niemand glaubt.

  5. Ein Wähler 17. März 2024 at 5:10 - Reply

    Herr Kischel, Ihrer Erklärung stimme ich voll zu!

    Jede andere Haltung der Grünen zum CanG, wofür sie seit Jahrzehnten einstehen, wäre ein Verrat an Ihren Wählern. Begehen sie nicht den gleichen Fehler, den einst die SPD (mit Beteiligung der Grünen 😉 mit ihrer Agenda 2010 begangen hatten. Davon würden sie sich so schnell nicht erholen.

    Gruß
    Ein Wähler

  6. Armindo 17. März 2024 at 7:55 - Reply

    Sehr geehrte Grünen Politiker,

    ich weiß schon gar nicht mehr, wie man es anders sagen soll. Es ist eine Farce ja doch schon gerade zu beschämend!

    Seit Jahrzehnten schreiben Sie sich auf die Fahnen die Legalisierung voranzutreiben! Und jetzt wo es nur noch wenige Meter zu einer vernünftigen Drogenpolitik sind, fällt der Grünen Partei nichts besseres ein, als zu blockieren!

    Ich kann, und ich will das nicht verstehen. Warum verletzen sie sogar ihre Wähler! Ist Ihnen das Wort der Wähler überhaupt nicht mehr wichtig?

    Es ist mittlerweile so, dass viele Leute sich für das CanG aussprechen. Aber es scheint der Grünen Politik völlig egal zu sein!

    Also ich kann dazu nur sagen, es ist berechtigt, wenn Bündnis 90, die Grünen dieses Jahr aus dem Landtag fliegen welchem auch immer! Denn sie haben offensichtlich Nicht den Ehrgeiz Politik für IHRE Wähler zu machen!Lieber machen Sie Politik, wie die CDU/CSU gegen die eigenen Wähler!

  7. Sebastian P. 17. März 2024 at 9:07 - Reply

    Liebe Grüne,

    sind die neuesten Aussagen von MP Kretschmann richtig, dass die Grünen in Sachsen sich nun plötzlich doch für den Vermittlungsausschuss einsetzen wollen….nachdem die Grünen-Fraktion vorher wochenlang genau das Gegenteil behauptet hat? Und das, obwohl es dafür keinen einzigen nachvollziehbaren Grund gibt, denn z.B. das Märchen von der angeblichen Überlastung der Justiz ist ja bereits längst hinlänglich widerlegt.
    Es wäre ein ungeheurer Vertrauensverlust, der damit einhergehen würde und für mich stünde dann fest, dass ich nach vielen Jahrzehnten dann zukünftig NIE wieder den Grünen meine Stimme geben würde – denn warum sollte ich einer Partei meine Stimme geben, die sich plötzlich nicht mehr daran erinnern kann, wofür sie eigentlich einsteht, was überhaupt ihre eigene Basis ist und die auch fähig und gewillt ist, ihre politischen Ziele verlässlich umzusetzen, wenn sich dafür endlich nach vielen Jahren die Gelegenheit bietet, wie im Fall der Cannabis-Legalisierung…die ja an sich schon eigentlich nur eine recht mutlos ausgestaltete Entkriminalisierung ist, wenn man das CanG mit den Regelungen in Kanada und vielen Bundesstaaten der USA vergleicht.
    Gebt das Hanf frei!!!

    Mit freundlichen Grüßen
    Sebastian P.

  8. Christian B 17. März 2024 at 9:28 - Reply

    Wenn ihr glaubwürdig und eurer Politik treu bleiben wollt, dann definitiv kein Vermittlungsausschuss!
    Kretschmer hat KLAR gesagt, dass er das CanG im Vermittlungsausschuss sterben lässt. Nun wisst ihr, welchen Geistes Kindes er ist.

    Also…wenn ihr es sterben lassen wollt und die einmalige historische Chance verspielen wollt … nun ja.
    Dadurch wird die vergangene Dŕogenpolitik beibehalten und die dadurch erzeugten Probleme werden uns zukünftig um die Ohren fliegen.
    Der progressive Wähler wird sich daran erinnern.

  9. Dr Jörg Mayer 17. März 2024 at 11:10 - Reply

    Liebe Grüne in Sachsen,

    Ich kann mich dem Kommentar von vorher nur abschließen, dass ich schockiert bin, dass eine Anrufung des VA überhaupt anstehen könnte bei vorhandener Sperrminorität Ihrer Partei. Als Berliner 67er Baujahr bin ich schon in den 80ern
    Mit Grünen bzw damals noch AL Politiker:innen auf Hanfparaden und diversen Demos gewesen, wo auch gerade aus Richtung grüner Politik die Parole „legalize it“ überall zu lesen war. Ausgerechnet die Grüne Partei scheint nun diesem Gesetz über Anrufung des VA im Schulterschluss mit Union UND AfD das Gesetz verzögern zu wollen.

    Die genannten Fallzahlen, die aufgrund der im CanG verankerten Amnestie bearbeitet werden müssten, sind ja wie von vielen sachkundigen Stellen mehrfach belegt, stark übertrieben. Die zu kesitende Mehrarbeit sollte als Investition in die Zukunft für eine Entlastung von Polizei und Justiz in einer Übergangsphase gerne geleistet werden. Weiter ist dieser Teil des CanG seit der Vorstellung vergangenes Jahr aus dem Kabinett meines Wissens nach wenig verändert worden und diese Tatsache ist nicht neu. Bitte sorgen Sie als grüne LT Fraktion dafür, dass sich – wie schon aus der Fraktion vernehmbar war – gegen den VA positionieren und Sachsen mit der üblichen Enthaltung dafür sorgt, dass das Vorhaben durch Verschleppung im VA bis ans Ende der Legislaturperiode ganz scheitert.

    Mit noch optimistischen Grüßen
    Dr. Jörg Mayer

  10. Waldi Waldschrat 17. März 2024 at 15:45 - Reply

    Ich kann mich den Worten meines Vorredners nur anschließen. Keine weiteren Verzögerungen mehr! CanG jetzt!

  11. Andrea Fleischmann 17. März 2024 at 19:58 - Reply

    Sehr geehrte Frau Čagalj Sejdi,

    bevor Sie über Prävention nachdenken sollten Sie doch bitte mal darüber nachdenken wer Sie in diese Position gebracht hat darüber überhaupt debattieren zu dürfen. Ihre erste Aufgabe sollte sein die Gunst der ohnehin gescholdenen Wähler zu behalten und Ihre Wahlkampfversprechen einzuhalten. Ihre Kollegen auf Bundesebene zeigen brilliant wie es nicht geht. Waffenlieferungen in Kriegsgebiete, Mündliche Verfehlungen von Ministern und eine Wirtschaftspolitik bei der der fünfte Schritt vor dem ersten gesetzt wird.

    Bitte machen Sie diesen Wahnsinn nicht mit. Die Teillegalisierung per April ist ein Anfang den es stetig auszubauen gilt. Das Gesetz in der jetzigen Form ist weder für Staat noch Bürger ideal aber es ist der berühmte Startschuss. Herr Kretschmer hat sich eindeutig geäußert, das Ziel ist eine Verschleppung bis ultimo. Wenn Sie jetzt klein bei geben verlieren Sie auch noch die letzten treuen Seelen. Sie denken dieses Thema ist für eine Wahl kaum erheblich? ich denke 2025 und viele Jahrezente darauf wird sich so eine Haltung rächen. Davon ab, wie ist es überhaupt möglich die wirklich tolle Arbeit von Frau Kappert-Gonther so in den Schatten zu stellen. Das ist ein Schlag ins Gesicht für Ihre Kollgen:innen und kennt man auch als den berühmten Dolchstoss.

    Mit freundlichen Grüßen

    Andrea F.

  12. Liebe Kommentierende,

    zunächst: Wir BÜNDNISGRÜNE stehen voll hinter der Legalisierung. Niemand von uns BÜNDNISGRÜNEN blockiert das Gesetz, ganz im Gegenteil. Wir kämpfen schon sehr lange für die Legalisierung.

    In einigen Kommentaren lässt sich herauslesen, der MP würde seine Position mit uns abstimmen. Dem ist nicht so. Es handelt sich um Wahlkampfgepolter. Einen Vermittlungsausschuss mit dem Ziel, das Gesetz zu verhindern, wird es mit uns nicht geben. Wenn es keine Einigung in der Staatsregierung gibt, enthält sich wie üblich der Freistaat im Bundesrat.

    Gerade die Angriffe von konservativer Seite zeigen, dass die Legalisierung rechtssicher vonstatten gehen muss. Wir BÜNDNISGRÜNE setzen uns mit aller Kraft für die überfällige Legalisierung ein.

    Viele Grüße

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