Datum: 11. Mai 2015

GRÜNE Landtagsabgeordnete Petra Zais im Gespräch mit dem Ausländerbeauftragten des Erzgebirgskreises

Die asyl- und migrationspolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, Petra Zais, informierte sich am Freitag, den 8. Mai 2015, in Zschopau beim Ausländerbeauftragten des Erzgebirgskreises und Leiter der kirchlichen Erwerbsloseninitiative, Johannes Roscher, zur Unterbringungs- und Betreuungssituation von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der Region.
Kritisch angesprochen wurde erneut der von der Staatsregierung vorgegebene Betreuungsschlüssel von einem Betreuer für 150 Asylbewerber. Hier im ländlichen Raum lässt dieser nur eine sehr unzureichende soziale Betreuung der Flüchtlinge zu und überfordert die in diesem Bereich tätigen Sozialarbeiter in unzumutbarer Weise.
Bemängelt wurden zudem die häufig weiten Fahrwege für schulpflichtige Kinder von Asylbewerbern, da in nur vier Schulen des Kreisgebietes Integrationsklassen bestehen. Auch bedarf es dort nach wie vor an Lehrern, die Deutsch als Zweitsprache unterrichten. Mit entsprechenden Weiterbildungsangeboten für Lehrer und dem notfalls unkonventionellen Einsatz anderer Pädagogen, die das bis jetzt geforderte Qualifikationsniveau nicht vorweisen können, könnte dieses Defizit behoben werden, so Zais.
Außerdem bekräftigte sich die bereits seit Langem bestehende GRÜNE-Forderung nach einer Gesundheitskarte für Asylbewerber. Ähnlich wie in Hamburg oder Bremen soll diese Karte den Asylbewerbern einen direkten Arztbesuch ermöglichen. Der bürokratische Umweg über die Behörde, die zur Ausstellung des bisher geforderten Krankenscheines eingeschaltet werden muss, fiele dann weg.
Positive Lichtblicke beim Thema Asyl in der Region gab es jedoch auch: Die Landtagsabgeordnete lobte das Engagement vieler Ehrenamtlicher im Erzgebirge, die mit Patenschaften oder Sprachkursen den Neuankömmlingen das Einleben im Erzgebirge erleichtern helfen.

Vor ihrem Gespräch mit Johannes Roscher besichtigte Petra Zais das ehemalige Lehrlingswohnheim in Zschopau, in dem jetzt durch den Landkreis Asylbewerber untergebracht sind. Von ausländerfeindlichen Kreisen wird dies immer wieder zum Anlass für Protestmärsche genommen.
In Annaberg-Buchholz nutzte die Politikerin die Möglichkeit, sich über das geplante „Welcome-Center“ im Erzgebirge zu informieren. Angesiedelt bei der Wirtschaftsförderung, soll es perspektivisch als erste Anlaufstelle für ausländische Fachkräfte fungieren. Als Bindeglied zwischen Zuwanderern, Unternehmen und Institutionen soll es helfen, dem hohen Fachkräftemangel im Erzgebirge entgegenzusteuern.

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