Datum: 01. Februar 2026

Freiwilligendienste stärken: Engagement in Sachsen braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Die Nachfrage nach Freiwilligendiensten in Sachsen ist weiterhin hoch und übersteigt die verfügbaren Plätze. Das zeigt die Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage (Drs 8/5164) der BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Christin Melcher. Demnach gab es für das Freiwillige Soziale Jahr 2024/2025 insgesamt 6.555  Bewerbungen. Dem stehen landesweit 4.126 gemeldete FSJ-Plätze gegenüber.

Christin Melcher, sozial- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont:

„Die Nachfrage nach Freiwilligendiensten in Sachsen ist ungebrochen hoch. Tausende Bewerbungen für das Freiwillige Soziale Jahr und das Freiwillige Ökologische Jahr zeigen, dass viele jungen Menschen Verantwortung übernehmen und sich aktiv für unsere Gesellschaft engagieren wollen. Doch dieses Engagement läuft in Sachsen noch zu oft ins Leere. Denn dem hohen Interesse stehen zu wenig verfügbare und finanzierte Plätze gegenüber. Besonders im FSJ klafft eine deutliche Lücke zwischen Bewerbungen und tatsächlich besetzten Stellen. Jedes Jahr bleiben tausende Engagementwünsche unerfüllt, obwohl der Bedarf in Kitas, Pflegeeinrichtungen, im sozialen Bereich oder in Kultur- oder Umweltprojekten groß ist. Die Staatsregierung muss hier reagieren: Wer Engagement will, muss es auch ermöglichen.“

„Freiwilligendienstleistende übernehmen Woche für Woche Verantwortung in ganz Sachsen. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, unterstützen Einrichtungen und bringen neue Perspektiven ein. Für viele jungen Menschen ist der Frewilligendienst außerdem ein wichtiger Lern- und Orientierungsraum im Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium.“

Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion hat deshalb jetzt einen Antrag vorgelegt, mit dem die Rahmenbedingungen für Freiwilligendienste in Sachsen spürbar verbessert werden sollen. Die Fraktion fordert unter anderem:

  • Engagement darf keine Frage des Geldbeutels sein: Das Taschengeld muss so ausgestaltet sein, dass sich alle jungen Menschen einen Freiwilligendiens leisten können.
  • Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für Engagement: Freiwillige müssen ihre Einsatzstellen und Bildungsseminare zuverlässig erreichen können, dafür benötigen sie ein ermäßigtes Deutschlandticket als Sozialtarif für Freiwilligendienstleistende.
  • Freiwilligendienste müssen bildungspolitisch stärker anerkannt werden: Die im Freiwilligendienst erworbenen Kompetenzen sollen etwa beim Erwerb der Fachhochschulreife oder in sozialen Ausbildungsberufen helfen.
  • Die Förderung muss mit der Kostenentwicklung Schritt halten: Förderpauschalen müssen regelmäßig angepasst werden, damit Träger und Einsatzstellen ihre Angebote sichern, ausbauen und ausreichend Plätze für Freiwillige anbieten können.

 

Weitere Informationen:

Der Antrag der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion „Freiwilligendienste stärken – Engagement für Sachsen sichern“ wird am 27. April 2026 um 10 Uhr in einer öffentlichen Anhörung mit Sachkundigen im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Sächsischen Landtags beraten.

>> Kleine Anfrage der BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Christin Melcher: „Freiwilligendienste im Freistaat Sachsen im Jahr 2025“ (Drs 8/5164)

>> Antrag der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion: „Freiwilligendienste stärken – Engagement für Sachsen sichern“ (Drs 8/5167)

 

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