Mehr Unfälle, mehr Risiken: Verkehrssicherheit muss endlich Priorität bekommen
Die Zahl der Verkehrsunfälle in Sachsen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das geht aus der aktuellen Verkehrsunfallstatistik für Sachsen hervor. Insgesamt wurden zwar weniger Menschen im Straßenverkehr schwerverletzt, gleichzeitig gibt es eine Zunahme von Unfällen mit Radfahrenden. Zudem wird weiterhin eine hohe Zahl von Verkehrstoten für den Freistaat ausgewiesen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche bleibt der Straßenverkehr sehr gefährlich.
Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, konstatiert:
„Die aktuellen Zahlen sind ein Warnsignal. Insbesondere für Radfahrende ist es in Sachsen deutlich gefährlicher geworden. Die weißen Räder am Straßenrand sind ein Mahnmal für die Schicksale, die hinter den Zahlen stehen. Auch die Zahlen für die Personengruppen Kinder und Senioren bleiben hoch. Worte des Bedauerns helfen uns nicht weiter, die Politik muss handeln.“
„Wir haben im Landtag ein Maßnahmenpaket für mehr Verkehrssicherheit vorgelegt, damit Gefahrenstellen nach tödlichen Unfällen systematisch überprüft, Sofortmaßnahmen wie Tempolimits verbindlich gemacht und Kommunen bei der Entschärfung gefährlicher Stellen besser unterstützt werden. CDU und SPD haben das in der letzten Landtagssitzung ohne eigenen konkreten Gegenvorschlag abgelehnt. Im Gegenteil: Sie haben erklärt, bereits genug zu tun.“
„Die Realität auf Sachsens Straßen ist eine andere. 143 getötete Menschen in einem Jahr sind kein Beleg dafür, dass alles getan wird, sondern ein klarer politischer Handlungsauftrag. Verkehrssicherheit darf nicht länger verwaltet werden – sie muss endlich Priorität bekommen.“
Weiterhin hoch bleiben die Zahlen betroffener Kinder und Jugendliche. Sachsen weist laut Kinder-Unfall-Atlas im Bundesvergleich das höchste Risiko für schwere Verkehrsunfälle mit Kindern auf.
Meier ist alarmiert: „Sachsen gehört bei schweren Verkehrsunfällen mit Kindern zu den traurigen Negativspitzen. Gerade die Schwächsten im Verkehr brauchen sichere Schul- und Freizeitwege, sichere Querungen, gute Geh- und Radwege und wirksame Verkehrsberuhigung. Deshalb haben wir jetzt nachgelegt und einen weiteren Antrag eingebracht, der ein Maßnahmenprogramm für sichere Mobilität für Kinder und Jugendliche, verbindliche Schulwegpläne, mehr kommunale Handlungsmöglichkeiten, bessere Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr, mehr Tempo-30-Zonen sowie ein Förderprogramm ,Sichere Schulwege‚ fordert.“
„Mehr Sicherheit im Straßenverkehr kommt uns allen zugute, vor allem aber den schwächsten Verkehrsteilnehmenden. Lassen Sie uns im Landtag gemeinsam Wege finden, die Zahl der Verunglückten im Freistaat deutlich zu senken!“, appelliert Meier abschließend an die demokratischen Fraktionen.
Weitere Informationen:
Aktuell ist Katja Meier im Freistaat unterwegs, um mit Menschen zum Thema Sicherheit für den Radverkehr vor Ort ins Gespräch zu kommen. Kommende Termine:
>> 15. April 2026 in Stollberg
>> 28. April 2026 in Auerbach
>> Kinder Unfall Atlas (Sachsen hat die höchste Verunglücktenbelastung je 100.000 Kinder)
>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag „Mehr Verkehrssicherheit für Kinder und Jugendliche – schwere Unfälle vermeiden“ (Drs 8/6592)
>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag „Leben retten. Unfallgefahren schnell entschärfen. Mehr Sicherheit auf Sachsens Straßen jetzt“ (Drs 8/4837)
>> Pressemitteilung vom Sächsischen Staatsministerium des Innern zur Verkehrsunfallstatistik