Datum: 09. September 2022

Bildung für nachhaltige Entwicklung: Wissen zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind kein ‚Nice-to-have‘

Der Ausschuss für Schule und Bildung des Sächsischen Landtags hat sich heute in einer öffentlichen Anhörung mit der Stärkung der Bildung für nachhaltige Entwicklung an sächsischen Schulen befasst. Grundlage war ein Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU, BÜNDNISGRÜNEN und SPD (Drs 7/10339).

Dazu erklärt Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist weit mehr als abstraktes Wissen über globale Themen und Zusammenhänge. Es geht um ökologische, soziale und ökonomische Fragestellungen, die unser Handeln und unsere Lebenswirklichkeit ganz unmittelbar betreffen. Der Freistaat Sachsen ist mit seiner Landesstrategie BNE gut aufgestellt. Diese gilt es, durch entsprechende Projekte und Strukturen weiter umfassend umzusetzen.“

Wir BÜNDNISGRÜNE haben im Doppelhaushalt 2021/22 erfolgreich einen BNE-Kleinprojektefonds verankert. Ich freue mich sehr, dass dieser im kommenden Haushalt fortgeführt werden soll. Um schulische und außerschulische Akteure noch näher zusammenzubringen und zu vernetzen, muss die Struktur stimmen. So soll die Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) ihre Rolle als Koordinierungsstelle verstetigen. Daneben sind Servicestellen für die BNE-Arbeit vor Ort, insbesondere im ländlichen Raum, sowie ein BNE-Lotsenprogramm geplant. Wir werden in den laufenden Haushaltsverhandlungen sehr genau darauf achten, dass die dafür nötigen Mittel auch bereitgestellt werden, um BNE in Sachsen weiter voranzubringen.“

Ralf Elsässer von CivixX – Werkstatt für Zivilgesellschaft und Sachverständiger in der Anhörung ergänzt zur Rolle und Aufgaben der Servicestellen:

„Der Aufgabenbereich der BNE-Servicestellen ist sehr umfangreich angedacht. Mit Hilfe einer landesweiten Koordinierungsstelle soll ein System der Servicestellung für fachliches Personal etabliert werden. Der Aufbau von mehreren Servicestellen in den Regionen ermöglicht in Kooperation mit der Koordinierungsstelle eine nachhaltige Qualitätsentwicklung. Für dessen Realisierung werden, neben weiteren Aufgaben, Fachtagungen, Bildungsmaterialien und inhaltliche Beratungsangebote für die zuständigen Fachstellen zur Verfügung gestellt.“

Christin Melcher erklärt abschließend:

„Es ist gut, dass BNE inzwischen in den sächsischen Lehrplänen und in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte verankert ist. Gerade in der universitären Phase der Lehramtsausbildung plädieren wir BÜNDNISGRÜNE aber für eine weitere Stärkung, jenseits von fakultativen Angeboten und Fortbildungen. Handlungswissen zu Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Verbraucherbewusstsein ist kein Nice-to-have, sondern Grundlage der Bildung künftiger Generationen.“

Weitere Informationen:

>> Antrag CDU, BÜNDNISGRÜNE, SPD „Umwelt- und Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Verbraucherbewusstsein in der schulischen Bildung im Freistaat Sachsen stärken“ (Drs 7/10339)

>> Stellungnahme der Staatsregierung zum Antrag Drs 7/10339

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