Datum: 06. April 2023

Deutschlandticket: Ticket muss in ganz Sachsen als Chipkarte erhältlich sein

Der Vorverkauf des Deutschlandtickets ist gestartet, die Nachfrage war bereits in der ersten Woche groß. Doch bisher ist das Deutschlandticket noch nicht in allen sächsischen Verkehrsverbünden als Chipkarte erhältlich, sondern teils nur digital über das Smartphone buchbar.

Dazu erklärt Gerhard Liebscher, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:

„Das Deutschlandticket soll das Reisen mit dem ÖPNV für alle Menschen attraktiv machen und muss deshalb auch allen niedrigschwellig zur Verfügung stehen. Ich habe daher kein Verständnis dafür, dass in einigen Verkehrsverbünden im Freistaat das Deutschlandticket bisher nicht als Chipkarte, sondern nur als digitales Handyticket angeboten wird, so zum Beispiel im Verkehrsverbund Vogtland (VVV) oder dem Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Diese Praxis schließt sowohl Seniorinnen und Senioren als auch Menschen mit geringem Einkommen von der Ticketnutzung aus, die entweder kein oder nur ein älteres Mobiltelefon besitzen.“

„Dass es anders geht, beweisen unter anderem die DVB in Dresden. Hier kann die Chipkarte sogar an den Servicestationen gebucht werden. Damit das Deutschlandticket seine volle Wirkung entfaltet und alle Sächsinnen und Sachsen profitieren, braucht es ein solches Angebot flächendeckend. An den technischen Voraussetzungen sollte es nicht scheitern, da bereits andere Tickets elektronisch als Chipkarte ausgegeben werden können. Andernfalls kann ich den Betroffenen nur empfehlen, ihr Deutschlandticket über ein Verkehrsunternehmen zu buchen, das Chipkarten anbietet.“

Abschließend erklärt Liebscher: „Damit das Ticket auch wirklich für alle bezahlbar ist, drängen wir BÜNDNISGRÜNE zudem weiterhin auf einen Sozialtarif des Deutschlandtickets im Freistaat Sachsen. Für Studierende, Azubis, Schüler*innen, Bürgergeld-Empfänger*innen und Senior*innen sollte das Deutschlandticket aus unserer Sicht rabattiert werden und nur 29 Euro kosten, bei gleichem Angebotsumfang.“
 
Weitere Informationen:

>> Pressemitteilung der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion: „Deutschlandticket – BÜNDNISGRÜNE schlagen sächsischen Sozialtarif für 29 Euro vor“

1 Kommentar

  1. Veronika Oehme 3. Mai 2023 at 18:01 - Reply

    Da hamse schon mal einen einheitlichen Tarif, und dann hat jeder VerkehrsVERBUND (schon der Name ist Hohn) wieder eigene Regeln und Paragräfchen. Ich hab nur ein einfaches Nokia 105 und auch nicht so viel Bedarf zum Fahren, bräuchte also, wenn überhaupt, mal eine Chipkarte für die Ferien. – Aber der VMS/die CVAG sagen nö. Das DT wird mittlerweile ein Reizthema wie voriges Jahr die Grundsteuer …

    UND: das Ticket als Chipkarte ist nicht so leicht kündbar. Beispiel von weiter weg: die Koblenzer Verkehrsbetriebe verlangen 10 Euro Gebühr für Ausstellung/Zusendung (ok, ist Aufwand), bei Kündigung wird die Karte gesperrt. Will ich also aussetzen, weil ich voraussichtlich eine Weile nicht viel zu fahren habe, wird die Karte ungültig – und für die Wieder-Aktivierung werden dann wieder 10 Euro für eine neue Karte fällig. Find ich nicht richtig.

    Vorschlag: Wenn man nun wie auf einer Guthabenkarte pro Monat 49 Euro beim ersten Fahrtantritt abgebucht bekommen würde, und dann ist die Karte für 1 Monat aktiviert, danach inaktiv – aber das wäre zu einfach. Vielleicht rechnen die Verantwortlichen einfach damit, dass etliche zu triefig sind, rechtzeitig zu kündigen. Das wäre ja so einfach wie beim Auto – mit Volltanken kauf ich mir 600 km (+/-), und wenns alle ist, hörts auf. Aber einfach geht in Dtl leider nicht.
    Liebe Grüße

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