30-Minuten-Takt braucht Zweigleisigkeit – zusätzliche eingleisige Abschnitte auf der Bahnstrecke Chemnitz-Leipzig sind inakzeptabel
Laut einem Bericht der Freien Presse zum 3. Bahngespräch über den Ausbau der Strecke Chemnitz-Leipzig soll der Nordabschnitt umfangreich mit eingleisigen Abschnitten ausgebaut werden. Das widerspricht der Vereinbarung einer vollständigen Zweigleisigkeit zwischen Geithain und Leipzig und konterkarriert einen 30-Minuten-Takt.
Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, ist von den Berichten irritiert:
„Wer eine leistungsfähige Bahnverbindung Chemnitz-Leipzig will, braucht im Norden eine durchgehend belastbare Infastruktur. Zusätzliche eingleisige Engpässe wären ein Rückschritt: Sie senken die Kapazität, machen den Fahrplan anfälliger und gefährden den 30-Minuten-Takt sowie die IC-Anbindung. Von den bisherigen Zusagen und Planungsannahmen darf nicht abgerückt werden.“
„Es wirkt geradezu absurd, dass der Landtag mit dem aktuellen Doppelhaushalt zusätzliche Millionen in die Planung des Südabschnitts steckt und jetzt erfahren muss, dass der Nordabschnitt auf eine Minimalvariante hinauslaufen soll, die keine Reserven für Störungen zulässt. Damit werden die Unzuverlässigkeit und die Verspätungen systematisch fortgeschrieben und das Vertrauen der Fahrgäste weiter verspielt. Mit Bahninfrastruktur, die auf Kante genäht ist, muss endlich Schluss sein. Besonders hier in Chemnitz.“
Abschließend betont Meier: „Ich erwarte sowohl von der sächsischen Staatsregierung als auch vom Bund und der Deutschen Bahn eine klare Entscheidung für die Zweigleisigkeit und einen verbindlichen Zeitplan für Nord- und Südabschnitt. Mögliche Kostensteigerungen müssen selbstverständlich nachverhandelt werden. Das Investitionsgesetz für Kohleregionen (InvKG) muss ohnehin angepasst werden, da eine Fertigstellung der Bahnprojekte, beispielsweise des Ausbaus der Strecke Berlin–Görlitz bis 2038, nicht realistisch ist. Damit das Herumlavieren ein Ende hat, habe ich eine Kleine Anfrage an die Staatsregierung gestellt, die die Ausbauvarianten und den erwartbaren Fertigstellungstermin klar auf den Tisch bringen soll.“
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