Rechte Vorfälle an Schulen: BÜNDNISGRÜNE fordern Gegenmaßnahmen und mehr Unterstützung für Betroffene
Der Sächsische Landtag hat gestern den BÜNDNISGRÜNEN-Antrag „Jugend schützen, Zusammenhalt stärken – Rechtsradikalisierung junger Menschen in Sachsen entschieden entgegentreten“ (Drs 8/5640) zur weiteren Behandlung an den Bildungs- und Sozialausschuss verwiesen. Der Antrag befasst sich mit Gegenmaßnahmen zu den steigenden Vorfällen rechter Hetze an Sachsens Schulen.
Dazu erklärt Christin Melcher, bildungs- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:
„Die Ausbreitung des Rechtsextremismus in sächsischen Klassenzimmern ist ein Alarmsignal. Diesem Klima der Angst und Intoleranz müssen wir entschlossen entgegentreten. Wir BÜNDNISGRÜNE fordern mit unserem Antrag, dass der Freistaat endlich handelt. Unter anderem braucht es niedrigschwellige Melde- und Anlaufstellen, mehr Unterrichtsmaterial zu Rechtsradikalisierung und digitaler Hassrede, Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte und Schulsozialarbeit sowie mehr Medien- und Demokratiebildung im Schulalltag.“
„Lehrkräfte sind oft die ersten, die mit rechtsextremen Vorfällen konfrontiert sind. In Gesprächen mit ihnen höre ich immer wieder, dass sich viele mit dieser Verantwortung alleine gelassen fühlen. Wer von Schulen erwartet Radikalisierung frühzeitig zu erkennen und Betroffene zu schützen, muss Lehrkräften klare Strukturen, Handlungssicherheit und verlässliche Unterstützung an die Seite Stellen. Dafür braucht es auch eine Stärkung der Akteurinnen und Akteure im Bereich der Prävention, Beratung und Demokratiebildung. Denn zu oft greifen Unterstützungsangebote erst dann, wenn Situationen bereits eskaliert sind. Schulen, Beratungsstellen und Jugendhilfe arbeiten viel zu häufig als Feuerwehr. Gute Präventionsarbeit braucht Kontinuität, Verlässlichkeit und eine stabile Förderung.“
Abschließend betont Melcher: „Schule muss ein sicherer Ort für junge Menschen sein – ein Ort der Bildung und Demokratie, nicht der Angst und Menschenfeindlichkeit. Dass der Antrag nun im Bildungs- und Sozialausschuss weiterberaten wird, ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Einsatz gegen Rechtsextremismus an unseren Schulen. Wir BÜNDNISGRÜNE werden nicht nachlassen.“
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