Sachsen muss bei Nachwuchsgewinnung für die hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum nachsteuern
Im Programm „Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen“, das den hausärztlichen Nachwuchs für unterversorgte Regionen sichern soll, sind im aktuellen Jahrgang 14 von 40 Studienplätzen unbesetzt geblieben. Das sächsische Sozialministerium kann auf eine Kleine Anfrage (Drs 8/4534) des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser jedoch nicht sagen, wie diese Lücke künftig gefüllt werden soll. Auch eine umfassende Evaluation fehlt zwölf Jahre nach Programmstart noch immer. Bislang haben nur zwei Absolvent:innen eine hausärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum aufgenommen.
Thomas Löser, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, kritisiert die Untätigkeit des Sozialministeriums:
„Mit dem Prinzip Hoffnung gewinnen wir keine jungen Menschen für eine ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum. Der Wettbewerb um medizinischen Nachwuchs hat sich weiter verschärft und gerade deshalb braucht es überzeugende Konzepte. Stattdessen finanziert der Freistaat seit mehr als einem Jahrzehnt ein Programm, dessen genauen Erfolg er gar nicht kennt und bei dem zuletzt 35 Prozent der Studienplätze frei blieben. Das Sozialministerium sollte dringend evaluieren, wie das Programm ‚Studieren in Europa – Zukunft in Sachsen‘ attraktiver werden kann. Auch eine Verzahnung mit der Landarztquote muss geprüft werden. Denn aktuell scheinen CDU und SPD auch hier im Blindflug zu agieren und trotz unzureichender Nachfrage zwei miteinander konkurrierende Programm zu fördern.“
Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion fordert deshalb:
- eine vollständige und unabhängige Evaluation des Programms „Studieren in Europa“ seit 2013,
- Transparenz über Kosten, Erfolgsquoten und Vertragsauflösungen,
- eine klare Verzahnung mit der Landarztquote,
- eine Modernisierung des Programms, um es für junge Menschen wieder attraktiv zu machen
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