Datum: 22. Januar 2026

Eigenanteile in sächsischen Pflegeheimen erneut stark gestiegen: Pflege wird immer mehr zum Armutsrisiko

Die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige in Sachsen nimmt weiter deutlich zu. Wie eine aktuelle Auswertung des Verbands der Ersatzkassen e.V. zeigt, müssen Menschen, die im Pflegeheim wohnen, im Freistaat im Jahr 2026 durchschnittlich 2.986 Euro monatlich aus eigener Tasche zahlen – rund neun Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Franziska Schubert, Vorsitzende und pflegepolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont:

„Pflege wird immer mehr zum Armutsrisiko. Statt Sicherheit zu geben, treibt das System Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zunehmend in finanzielle Überforderung. So kann es nicht weitergehen.  Die Pflegeversicherung wurde 1995 eingeführt, um Menschen vor den finanziellen Risiken von Pflegebedürftigkeit zu schützen. Dieses Versprechen wird heute immer weniger eingelöst.“

Besonders problematisch ist, dass Pflegebedürftige weiterhin Kosten tragen müssen, die eigentlich eine öffentliche Aufgabe sind. Allein die Investitionskosten schlagen in Sachsen aktuell mit durchschnittlich 452 Euro pro Monat zu Buche. Hinzu kommen steigende Pflegepersonalkosten sowie höhere Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung.

„Es ist richtig und wichtig, Pflegekräfte besser zu bezahlen. Falsch ist aber, diese Kosten immer stärker auf die Pflegebedürftigen abzuwälzen.“

Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion fordert die Staatsregierung deshalb auf:

  • bei Investitionen in Pflegeheimen stärker finanziell zu unterstützen,
  • Gelder für Pflegeeinrichtungen bereitzustellen, um gezielt in Hitzeschutz, Klimaanpassung und Energieeffizienz zu investieren und
  • Pflegeeinrichtungen strukturell zu entlasten

Abschließend betont Schubert: „Außerdem braucht es eine grundlegende Pflegereform auf Bundesebene. Die Staatsregierung muss sich gegenüber der CDU-SPD-Koalition im Bund dafür einsetzen. Die steigenden Zahlen bei der Hilfe zur Pflege zeigen deutlich, dass immer mehr Menschen die Eigenanteile nicht mehr stemmen können und auf Sozialhilfe angewiesen sind. Das ist ein Alarmsignal – und ein klarer Beleg dafür, dass das Pflegesystem in seiner jetzigen Form sozial nicht mehr trägt.“

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