Datum: 07. Mai 2026

Versorgungslücken bei Long-Covid in Sachsen: BÜNDNISGRÜNE fordern endlich konkrete Schritte

 

Die Versorgung von Long-Covid-Betroffenen bleibt im Freistaat ungenügend. Das geht aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Kleine Anfrage von Thomas Löser, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sowie dem zugrunde liegenden Zwischenbericht hervor. Am 9. Mai werden in Leipzig und Dresden wieder Betroffene von Long-Covid auf einer „Liegenddemo“ auf ihre Situation aufmerksam machen.

Thomas Löser erklärt dazu:

„Bei der Versorgung von Long-Covid-Betroffenen klafft weiterhin eine riesige Lücke zwischen Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung. Derzeit existieren in Sachsen nur wenige spezialisierte Angebote – darunter ein größeres Projekt am Universitätsklinikum Dresden sowie einzelne ambulante Strukturen. Weitere systematische Angebote kennt die Staatsregierung nicht. Von flächendeckender Versorgung kann daher nicht annähernd die Rede sein.“ 

 

Auch die Datenlage ist unzureichend: Aktuelle Zahlen zu Betroffenen sollen erst im Laufe dieses Jahres erhoben werden.

„Uns fehlt durch die noch nicht erhobenen Zahlen weiterhin eine wesentliche Grundlage für eine zielgerichtete Planung und Steuerung der Versorgung. Die Staatsregierung bleibt hinter ihren eigenen Ankündigungen deutlich zurück. Statt konkreter Maßnahmen sehen wir vor allem Verweise, Prüfaufträge und fehlende Daten“, konstatiert Löser.

Der Zwischenbericht bestätigt diesen Befund: Demnach wird derzeit vieles noch geplant oder geprüft. So ist etwa eine zentrale Informationsplattform für Betroffene erst bis Ende 2026 vorgesehen. Beim Ausbau der Versorgung verweist die Staatsregierung vor allem auf die Selbstverwaltung, ohne konkrete Schritte verbindlich festzulegen.

„Völlig unklar ist außerdem, wie bestehende Projekte langfristig abgesichert werden sollen. Auch hier agiert die Staatsregierung orientierungslos: Weder liegen Erekenntnisse zur Verstetigung von Strukturen noch zur Anschlussfinanzierung vor.“

„Wie eine aktuelle Analyse der OECD zeigt, wächst der Handlungsdruck mit jedem Tag. Die wirtschaftlichen Folgen von Long Covid sind beträchtlich. Wir müssen daher dringend die Versorgungsstrukturen und Datenerhebungen ausbauen.“

Abschließend fordert Thomas Löser: „Angesichts der klaren Warnungen der Expertinnen und Experten tut die Staatsregierung zu wenig und bleibt in vielen Punkten völlig unkonkret. Wir brauchen jetzt eine belastbare Datengrundlage, den zügigen Ausbau von Versorgungsangeboten und eine langfristige Absicherung bestehender Strukturen. Long Covid ist kein Randthema, sondern eine dauerhafte Herausforderung für unser Gesundheitssystem und den Arbeitsmarkt.“

 

Weitere Informationen:

 

>> Analyse der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) zur Bewältigung der Kosten und Pflege für Long Covid vom 8. April 2026

    

>> Antwort auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Thomas Löser (Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) „Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Long-Covid in Sachsen“ (Drs 8/6451)

 

>> Zwischenbericht der Staatsregierung zu den Beschlüssen des Landtags zur Information für die Abgeordneten (Drs 8/6199)

 

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