Datum: 09. März 2026

Stärkung der Bibliotheken in Sachsen: Mitverantwortung der Freistaates ist mehr als Zuschauen

Der Kulturausschuss des Sächsischen Landtages hat heute Sachverständige zum BÜNDNISGRÜNEN Antrag „Öffentliche Bibliotheken in Sachsen – Mitverantwortung des Freistaates zur Entwicklung moderner Wissens-, Kultur-, Begegnungs- und Lernorte übernehmen“ (Drs 8/4795) angehört.

Dr. Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, betont nach der Anhörung:

Öffentliche Bibliotheken sind zentrale Orte für Bildungsgerechtigkeit, kulturelle Teilhabe und gesellschaftlichen Austausch sowie Faktoren für die Standort- und Lebensqualität in den sächsischen Kommunen. Damit sie diese Rolle auch künftig erfüllen können, braucht es nicht nur Empfehlungen der Staatsregierung an die Kommunen, sondern auch eine stärkere Unterstützung durch den Freistaat. Bislang scheint Kulturministerin Barbara Klepsch nicht einmal darüber nachzudenken, wie wir wenigstens die vorhandenen landesweiten Aktivitäten ausbauen können.“

„Mit unserem Antrag wollen wir eine öffentliche Auseinandersetzung über notwendige Schritte bestärken. Wir BÜNDNISGRÜNE schlagen darin eine Reihe von Maßnahmen vor, u.a. um die Bibliotheksversorgung vor allem im ländlichen Raum zu stärken, digitale Angebote zu verbessern und Fachkräfte durch zusätzliche Qualifizierungsangebote zu sichern.“

„In der heutigen Anhörung haben wir als Kulturausschuss viele wichtige Hinweise dazu erhalten, was Öffentliche Bibliotheken heute als Lern- und Begegnungsort ausmacht und wo dringend gehandelt werden muss.“

Als Unterstützungsbedarf durch den Freistaat wurden von den Sachverständigen verschiedene Maßnahmen aus dem Antrag hervorgehoben, durch die die Kommunen und insbesondere die kleinen Bibliotheken angesichts knapper eigener Ressourcen in die Lage versetzt werden, ihre Angebote in Richtung der Empfehlungen zu entwickeln.

  • Für die Verbesserung der Teilhabegerechtigkeit wird zu landesweiten Förderprogrammen geraten. Dabei geht es um den Ausbau der digitalen Dienste und Angebote, etwa eine moderne IT-Ausstattung, den Zugang zu attraktiven E-Medien-Angeboten auch über kleinere Bibliotheken durch die zentrale Bereitstellung von Lizenzen über einen landesweiten Onlineverbund und die Unterstützung des Open Library Betriebs für längere Öffnungszeiten.
  • Als große Herausforderung wurde die Fachkräftesicherung beschrieben. Es ist dringend notwendig, Angebote der Qualifizierung als bibliothekarische Fachkraft zu schaffen, damit geeignete fachfremde Bewerber*innen berufsbegleitend fachlich fit gemacht werden können.
  • Die Wiederaufnahme der Arbeit der Koordinierungsstelle Provenienzforschung der Landesfachstelle wurde ebenso genannt, wie der Ausbau der landesweiten Fortbildungsangebote zu Themen wie Barrierefreiheit, Medienpädagogik und fachlicher Ausbildung für Seitereinsteiger*innen.

 

 

Weitere Informationen:

 

>> Antrag „Öffentliche Bibliotheken in Sachsen – Mitverantwortung des Freistaates zur Entwicklung moderner Wissens-, Kultur-, Begegnungs- und Lernorte übernehmen“ (Drs 8/4795)

>> Stellungnahme der Staatsregierung

Mit dem Papier „Öffentliche Bibliotheken in Sachsen 2030. Perspektiven und Handlungsfelder“ (2024) hat das sächsische Kulturministerium Qualitätsanforderungen, Herausforderungen und Entwicklungslinien im Zusammenspiel von Fach-, Kommunal-, Landkreis-, Kulturraum- und Landesebene umfassend dargelegt. Jedoch fehlt es an konkreten Umsetzungsschritten, mit denen der Freistaat seiner Mitverantwortung für die landesweite Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken gerecht wird.

>> Positionspapier des Landesverbandes Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. (2024) „Bibliotheken in Sachsen stärken – Fünf Punkte an die Sächsische Landespolitik“

 

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