Datum: 13. März 2026

Anhörung historisch-politische Bildung: Es braucht mehr als einen einmaligen Gedenkstättenbesuch

Der Ausschuss für Schule und Bildung des Sächsischen Landtages hat heute Sachverständige zum Antrag „Gegen das Vergessen – Gedenkstättenbesuche als Beitrag zur historisch-politischen Bildung und Demokratiebildung an weiterführenden Schulen fördern und fortentwickeln!“ angehört. Getragen von einem breiten demokratischen Bündnis aus CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE zielt dieser Antrag auf eine Weiterentwicklung der Erinnerungskultur und Stärkung historisch-politischer Bildung an Schulen ab. Unter anderem sollen Gedenkstättenbesuche im Lehrplan verankert werden.

Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt nach der Anhörung:

„Damit Gedenkstättenbesuche einen nachhaltigen Lerneffekt erreichen, braucht es mehr als einen einmaligen Ausflug. Es braucht eine durchdachte pädagogische Vor- und Nachbereitung sowie eine externe Unterstützungsstelle für Lehrkräfte. Nur so können wir es schaffen, aus der Geschichte zu lernen und unsere Demokratie zu stärken. An keinem anderen Ort lässt sich Geschichte so praktisch erleben, wie hier. Unser fraktionsübergreifender Antrag macht einen ersten Aufschlag, um explizit Schulen bei der EInbindung in den Lehrplan optimal zu unterstützen.“

Claudia Maicher, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, betont:

„Gedenkstätten sind keine statischen Orte der Vergangenheit, sondern lebendige Labore der Demokratie. Wir wollen die Gedenkstättenpädagogik konsequent weiterentwickeln, damit sie auch in Zeiten der digitalen Transformation und nach dem Ende der Zeitzeugenschaft junge Menschen erreicht. Wir wollen möglichst jeder Schule in Sachsen Besuche außerschulischer Lernorte ermöglichen. Dafür müssen wir auch die Stiftung Sächsische Gedenkstätten besser finanziell unterstützen, damit sie die Vorhaben in ihrem Entwicklungskonzept zum Ausbau der schulischen Bildungsarbeit umsetzen kann.“

Der Antrag fordert mit folgenden Punkten, eine strukturelle und pädagogische Stärkung der Gedenkstättenarbeit in Sachsen:

  • Die Staatsregierung wird aufgefordert, zunächst eine Bestandsaufnahme über bisherige Fahrten, deren Finanzierung und bekannte Vorfälle vorzulegen.
  • Gedenkstättenbesuche sollen als fester Bestandteil jeder Schullaufbahn verankert und Schulen durch Haushaltsmittel, Beratung und professionelle Lehrkräftefortbildungen unterstützt werden.
  • Es soll ein Projekt zu modernen Vermittlungskonzepten in Form einer digitalen Toolbox initiiert werden sowie Strategien für die Zeit nach der Zeitzeugenschaft.

Weitere Informationen: 

>> „Gegen das Vergessen – Gedenkstättenbesuche als Beitrag zur historisch-politischen Bildung und Demokratiebildung an weiterführenden Schulen färdern ung fortentwickeln!“ (Drs 8/4845)

Hinterlasse einen Kommentar

dreizehn − zwölf =

Um ein Kommentar zu verfassen, müssen Sie unsere Datenschutzbedingungen akzeptieren.