Strafen für Fußballvereine: So verhindern wir die Gewalt im Stadion nicht
CDU-Innenminister Schuster hat mit seinem Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, anlässlich der am Donnerstag beginnenden Sportministerkonferenz das Ausbleiben einer Stadionverbotsverordnung kritisiert und vor kostspieligen Konsequenzen für die Vereine gewarnt.
Valentin Lippmann, sportpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, kritisiert diese Drohkulissen:
„Das erneute stumpfsinniges Säbelrasseln des Innenministers ist der falsche Weg, um Gewalt im Stadion zu verhindern. Die Sportminister haben auf der letzten Konferenz im Dezember 2025 einen guten Weg zusammen mit dem Fußball eingeschlagen. Für sichtbare Fortschritte braucht es mehr Prävention, klare Positionierung der Vereine gegen Gewalt, einen Ausbau des Dialogs mit den Fanvertretungen sowie die Ausweitung der vielfach bewährten Stadionallianzen zwischen Polizei, Vereinen und Fanprojekten.“
„Gerade für die ostdeutschen Vereine ist die Drohkulisse mit exorbitanten Strafen und Kosten schlussendlich eine Existenzfrage. Sie haben nicht die finanziellen Möglichkeiten wie die westdeutschen Clubs, stehen aber gleichzeitig vor der Herausforderung von deutlich mehr Risikospielen. Anstatt mit Rechnungen zu drohen, die am Ende die Fankultur in Ostdeutschland gefährden, sollte die Staatsregierung daran mitarbeiten, das Klima im Stadion zu verbessern.“