Datum: 29. Januar 2026

Immer mehr Kinder von Diabetes bedroht: Staatsregierung versagt bei Prävention

Rund 6 Prozent der neu eingeschulten Grundschulkinder in Sachsen sind übergewichtig, rund 5 Prozent sogar bereits adipös. Das zeigt die Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage (Drs 8/4728) des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser. Der Gesundheitspolitiker äußert sich besorgt:

„Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter sind zentrale Risikofaktoren für schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders alarmierend ist der Anstieg des Typ-2-Diabetes – eine Erkrankung, die früher fast ausschließlich Erwachsene betraf. Die Staatsregierung muss endlich handeln, statt einfach weiter auf das Prinzip Hoffnung zu setzen. Wir BÜNDNISGRÜNE fordern verbindliche Präventionsmaßnahmen, die für gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung für alle Kinder sorgen – unabhängig vom Elternhaus oder Geldbeutel.“

Christin Melcher, Sprecherin für Bildung sowie Kinder und Jugend der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, ergänzt: „Ein gesundes und ausgewogenes Mittagessen ist eine grundlegende Voraussetzung für die körperliche Entwicklung von jungen Menschen. Deshalb setzen wir BÜNDNISGRÜNE uns für hochwertige und bezahlbare Mahlzeiten mit frischen, möglichst regionalen Lebensmitteln in sächsischen Kitas und Schulen ein. Dafür braucht es verbindliche Qualitätsstandards für Kita- und Schulessen und gezielte Förderung für regionale und Bio-Produkte. Außerdem ist es entscheidend, dass Kinder schon in der Kita lernen, was gesundes Essen bedeutet.“

Wolfram Günther, agrarpolitischer Sprecher der BÜNDNISGRÜNEN-Fraktion, betont: „Prävention heißt auch: weniger ungesundes Kinderessen. Doch noch immer prägen Zucker, aggressive Werbung und Fertigessen unseren Alltag. Gesunde Ernährung ist für Kinder und ihre Familien in dieser Umgebung schwer. Das zu ändern, ist auch Aufgabe der sächsischen Staatsregierung. Zwar entscheidet der Bund über viele Instrumente wie etwa eine Zuckersteuer. Doch die Bundesländer bestimmen, ob sie treiben oder bremsen. Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident Daniel Günther zeigt mit seiner Initiative für eine Zuckersteuer, dass gute Ernährungspolitik keine Parteifarbe haben muss. Das ist im Übrigen auch eine sehr volkswirtschaftliche Politik. Denn Adipositas beschert Deutschland jährlich Folgekosten in Höhe von mehr als 60 Milliarden Euro.“

Weitere Informationen:

Laut der Kurzstudie „Ökonomische Einordnung des geplanten Kinder-Lebensmittel-Werbegesetz“ der DIW Econ GmbHbelaufen sich die jährlichen Gesamtkosten von Adipositas auf 63,1 Milliarden Euro. Davon sind 29,4 Milliarden Euro direkte Folgekosten und Effekte durch Folge- und Begleiterkrankungen. Der andere Teil in Höhe von 33,7 Milliarden Euro sind indirekte Gesundheitskosten, beispielsweise aufgrund verminderter Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und frühzeitigem Renteneintritt.

>> Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage des BÜNDNISGRÜNEN-Abgeordneten Thomas Löser: „Zunahme von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen“ (Drs 8/4728)

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