Datum: 26. Februar 2026

Equal Pay Day: Strukturelle Benachteiligung bleibt Realität für Frauen

Morgen ist „Equal Pay Day“. Er markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen im Vergleich zu Männern im aktuellen Jahr rechnerisch unbezahlt arbeiten.

Katja Meier, gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt:

Wir dürfen uns nicht mit der Lohnlücke zwischen Mann und Frau abfinden. Sie ist mit rund zwei Kalendermonaten weiterhin viel zu groß und wird bei genauerer Betrachtung sogar noch größer. Rechnet man Faktoren wie Branchenwahl, Arbeitszeit oder Qualifikation heraus, verdienen Frauen in Sachsen im Durchschnitt noch weniger als Männer. Das ist für Sachsen besonders alarmierend: Frauen bewegen sich hier nicht einfach nur in einem insgesamt niedrigeren Lohnniveau. Sie werden selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit weiterhin schlechter bezahlt. Das ist strukturelle Benachteiligung und für viele Frauen eine doppelte Ungerechtigkeit. Das ist nicht hinnehmbar und erst recht kein Standortvorteil.

„Der in der letzten Legislaturperiode ausgearbeite Maßnahmenkatalog mit konkreten Handlungsempfehlungen liegt vor. Doch seitdem ist zu wenig passiert. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann es sich Sachsen nicht leisten, gut ausgebildete Frauen strukturell schlechter zu stellen. Lohngerechtigkeit ist kein ‚Frauenthema‘, sondern eine Frage von wirtschaftlicher Vernunft, sozialer Gerechtigkeit und demokratischer Glaubwürdigkeit. Wer Fachkräfte sichern will, muss endlich für faire Bezahlung sorgen.“

 

Hintergrund:

>> Maßnahmenkatalog „Entgeltgleichheit in Sachsen“ aus dem Jahr 2023

Der Equal Pay Day macht jährlich auf die bestehende Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Der Gender Pay Gap beschreibt den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern. Der unbereinigte Wert betrachtet den Durchschnitt aller Erwerbstätigen, während der bereinigte Wert strukturelle Unterschiede herausrechnet und damit die unmittelbare Entgeltbenachteiligung sichtbar macht.

Nach aktuellen Berechnungen des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu regionalen Unterschieden im Gender Pay Gap (2024) liegt der unbereinigte Gender Pay Gap in Sachsen bei 6,7 Prozent, während der bereinigte Gender Pay Gap 9,9 Prozent beträgt.

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