Datum: 12. Juni 2026

Kurswechsel dringend geboten: BÜNDNISGRÜNE fordern verlässliche Perspektive für Azubis in Sachsen

Anlässlich der heutigen Anhörung im Ausschuss für Schule und Bildung des Sächsischen Landtags bekräftigt die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag ihre Forderung nach einer umfassenden Stärkung der beruflichen Bildung in Sachsen. Grundlage ist der Antrag „Berufliche Bildung in Sachsen systematisch stärken – Rahmenbedingungen verbessern und Akteure gezielt einbinden“ (Drs. 8/5596), der eine verbindliche Landesstrategie Berufliche Bildung bis Ende 2026 einfordert.

Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, erklärt nach der Anhörung:

Sachsen steht vor einer demografischen Zerreißprobe. Seit 2005 ist die Zahl der Absolvierenden an Berufsschulen deutlich zurückgegangen. Wir können es uns nicht leisten, junge Menschen durch schlechte Rahmenbedingungen zu verlieren oder ihre Ausbildung an Wohnraummangel und hohen Fahrtkosten scheitern zu lassen.“

„Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, braucht dieselbe Verlässlichkeit wie Studierende: bezahlbaren Wohnraum, gute Mobilität und moderne Lernbedingungen. Die Staatsregierung muss endlich liefern und Schulnetzplanung, Wohnraumangebote und Mobilität zusammendenken. Gleichzeitig brauchen wir eine gezielte Offensive gegen den Lehrkräftemangel an Berufsschulen.“

Auch wirtschaftspolitisch sei die Entwicklung alarmierend, betont Wolfram Günther, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion:

„Der Rückgang der Auszubildendenzahlen gefährdet die Fachkräftesicherung und schwächt langfristig unsere wirtschaftliche Entwicklung. Viele Betriebe leisten bereits heute enorme Ausbildungsarbeit – im ländlichen Raum ebenso wie in den Städten. Jetzt ist die Politik gefragt, die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen.“

„Berufliche und akademische Bildung müssen endlich gleichwertig behandelt werden. Dazu gehören Investitionen in Berufsbildungsstätten, bezahlbarer Wohnraum, eine kostenneutrale Meisterausbildung und bessere Unterstützung für Auszubildende.“

In der Anhörung betonte zudem der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Leipzig, Volker Lux:

„Wir brauchen jetzt eine Lösung für die Wohnheimsituation, um die enorme Ausbildungsleistung unserer Betriebe in Stadt und Land abzusichern und Vorsorge dafür zu treffen, dass künftig die Standorte der BSZ an die zurückgehenden Schulabgängerzahlen angepasst werden müssen. Zudem brauchen wir für unsere Bildungseinrichtungen einen zeitlichen Planungshorizont, der mit dem der Universitäten und Hochschulen vergleichbar ist. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen für Berufsorientierung und Ausbildung wird es schwer, die Attraktivität des Handwerks nachhaltig zu steigern. “

Der BÜNDNISGRÜNE Antrag zielt neben einem großen Berichtsteil der Staatsregierung darauf ab, die berufliche Bildung als tragende Säule des sächsischen Bildungssystems systematisch zu stärken. Zu den zentralen Punkten gehören:

  1. Verbesserte Verzahnung der Schulnetzplanung mit bezahlbaren Wohnräumen und einem ermäßigten Deutschlandticket als Sozialtarif.
  2. Eine Bedarfsanalyse und strategische Planung für die bauliche und digitale Modernisierung von Berufsschulzentren.
  3. Eine transparente und langfristige Finanzierung der überbetrieblichen Lehrunterweisung und Verbundausbildung.
  4. Gezielte Programme zur Unterstützung des Quereinstiegs und zur Sicherung des Lehrpersonals an berufsbildenden Schulen.
  5. Stärkung der Berufsorientierung durch außerschulische Angebote wie ein ´Freiwilliges Jahr im Handwerk´.

>> Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag „Berufliche Bildung in Sachsen systematisch stärken – Rahmenbedingungen verbessern und Akteure gezielt einbinden“ (Drs. 8/5596)

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