Sichere Geburt darf keine Frage des Wohnortes sein: BÜNDNISGRÜNE fordern landesweites Gesamtkonzept
Die angekündigte Schließung der Geburtshilfe am St. Johannes Krankenhaus Kamenz zeigt erneut, wie stark die geburtshilfliche Versorgung in Sachsen unter Druck geraten ist. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert deshalb mit einem Antrag im Sächsischen Landtag ein landesweites Gesamtkonzept „Sichere Geburt in Sachsen“. Ziel ist es, die Versorgung von Schwangeren, Gebärenden und Neugeborenen langfristig zu sichern und die Wahlfreiheit rund um die Geburt zu erhalten.
Franziska Schubert, Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, erklärt dazu:
„Frauen sollten sich darauf verlassen können, dass sie unabhängig von ihrem Wohnort eine sichere und wohnortnahe Versorgung erhalten. Die Geburt eines Kindes gehört zu den prägendsten Momenten im Leben einer Frau. Die Schließung von Kreißsälen darf in Sachsen nicht zur neuen Normalität werden. Als BÜNDNISGRÜNE legen wir mit unserem Antrag einen Lösungsvorschlag auf den Tisch.“
Seit 1991 ist die Zahl der Krankenhäuser mit Entbindungsstationen in Sachsen von 54 auf 34 gesunken. Für viele Familien bedeuten weitere Schließungen längere Wege, weniger Wahlfreiheit und größere Unsicherheit in einer ohnehin sensiblen Lebensphase.
„Wer junge Familien im ländlichen Raum halten oder neu gewinnen will, muss auch für eine verlässliche Gesundheitsversorgung sorgen. Sichere Geburten, eine gute Hebammenversorgung und erreichbare Kreißsäle sind wichtige Standortfaktoren für die Attraktivität unserer Regionen. Es braucht endlich eine aktive Planung statt eines bloßen Reagierens auf die nächste Schließung. Die Staatsregierung muss ihrer Verantwortung gerecht werden und gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort dafür sorgen, dass sichere Geburten auch künftig in allen Regionen Sachsens möglich bleiben“, unterstreicht Franziska Schubert.
Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktion fordert in ihrem Antrag ein landesweites Gesamtkonzept, das gemeinsam mit Krankenhäusern, Hebammen, Ärzteschaft, Kommunen, Rettungsdiensten und weiteren Akteuren erarbeitet wird. Dabei sollen insbesondere die Erreichbarkeit von Geburtshilfeangeboten, die Wahlfreiheit der Schwangeren hinsichtlich des Geburtsortes und der Geburtsform sowie die Sicherung der Hebammenversorgung im Mittelpunkt stehen.
Die BÜNDNISGRÜNE-Fraktionsvorsitzende aus der Oberlausitz wirbt außerdem für bessere Bedingungen für Hebammen: „Hebammen sind unverzichtbar für eine gute Versorgung von der Schwangerschaft über die Geburt bis ins Wochenbett. Deshalb müssen wir ihre Arbeitsbedingungen verbessern, ihre Expertise stärker nutzen und ihre Rolle in der Versorgung weiter stärken. Neben klassischen Krankenhausangeboten sollen auch alternative Versorgungsformen wie Geburtshäuser, hebammengeleitete Einrichtungen und telemedizinische Angebote berücksichtigt werden. Gerade für ein Flächenland wie Sachsen bieten neue Versorgungsansätze die Chance, wohnortnahe Betreuung und medizinische Expertise besser miteinander zu verbinden.“
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