Kürzungen in der Psychotherapie drohen Versorgungskrise zu verschärfen
Anlässlich der Pressekonferenz des Aktionsbündnisses Psychotherapie zu den Folgen des Beitragsstabilisierungsgesetzes kritisiert die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag die geplanten Kürzungen für die psychotherapeutische Versorgung.
Dazu erklärt Thomas Löser, gesundheitspolitischer Sprecher der Fraktion:
„Wer bei der psychotherapeutischen Versorgung spart, spart an der falschen Stelle. Schon heute warten viele Menschen in Sachsen monatelang auf einen Therapieplatz. Insbesondere Kinder und Jugendliche sowie Menschen in ländlichen Regionen finden oft nicht rechtzeitig die Hilfe, die sie benötigen. Die geplanten Kürzungen drohen diese Situation weiter zu verschärfen.“
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen psychotherapeutische Praxen durch Honorarkürzungen und weitere finanzielle Einschränkungen belastet werden. Gleichzeitig steigt der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung seit Jahren kontinuierlich an.
Thomas Löser weiter: „Psychische Erkrankungen verursachen individuelles Leid, lange Arbeitsausfälle und hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen. Wer den Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung erschwert, verschiebt Probleme nicht nur, sondern verschärft sie. Aus gesundheitspolitischer Sicht ist das kurzsichtig und teuer.“
Die BÜNDNISGRÜNE Fraktion kritisiert, dass das Beitragsstabilisierungsgesetz die Hauptlast der Einsparungen bei Versicherten und Leistungserbringern ablade, während strukturelle Probleme und zentrale Kostentreiber des Gesundheitssystems nicht ausreichend angegangen werden. Die geplanten Einschnitte müssen zurückgenommen und stattdessen die psychotherapeutische Versorgung nachhaltig gestärkt werden. Dazu gehören eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Bedarfsplanung, eine bessere Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Angleichung der Versorgungsdichte zwischen Stadt und Land sowie eine verlässliche Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung. Dafür muss sich die sächsische Staatsregierung im Bundesrat deutlich einsetzen.
Thomas Löser erläutert dazu:
„Sachsen braucht mehr psychotherapeutische Versorgung – nicht weniger. Statt Praxen unter finanziellen Druck zu setzen, brauchen wir eine bedarfsgerechte Finanzierung und strukturelle Reformen. Menschen in psychischen Krisen dürfen nicht monatelang auf Hilfe warten müssen. Gerade in Sachsen mit seinen großen ländlichen Räumen benötigen wir eine wohnortnahe und verlässliche Versorgung.“
Hintergrund:
Im Rahmen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sind verschiedene Maßnahmen vorgesehen, die nach Einschätzung von Fachverbänden und Berufsvertretungen die wirtschaftliche Situation psychotherapeutischer Praxen verschlechtern könnten. Gleichzeitig bestehen bereits heute erhebliche Versorgungslücken und lange Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlungen.