Kita-Protest vor dem Landtag: BÜNDNISGRÜNE fordern bessere Rahmenbedingungen statt Stellenabbau
Vor dem Sächsischen Landtag demonstriert heute das Bündnis „Kitas retten“ gegen drohenden Stellenabbau, Zwangsteilzeit und Kita-Schließungen. Als Rednerin unterstützt Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, die Forderungen der Beschäftigten nach einer verlässlichen und zukunftsfesten Kita-Finanzierung.
Der demografische Wandel ist in Sachsen längst Realität: Allein zwischen 2024 und 2025 ist die Zahl der betreuten Kinder um rund 7.500 gesunken. Gleichzeitig bleiben die Anforderungen an die Einrichtungen hoch. Die Zeit für individuelle Förderung, Vor- und Nachbereitung, Elternarbeit sowie Ausfallzeiten wird nach wie vor nicht ausreichend berücksichtigt.
„Es ist richtig, dass die Kommunen angesichts steigender Kosten entlastet werden. Aber diese Entlastung darf nicht auf Kosten der Erzieherinnen und Erzieher erfolgen und schon gar nicht zu Lasten der Qualität gehen. Wenn zusätzliche Mittel lediglich Haushaltslöcher stopfen, verbessert sich in den Kindertageseinrichtungen nichts“, so Christin Melcher.
„Die demografische Entwicklung darf nicht als Sparprogramm missverstanden werden. Sie bietet vielmehr die Chance, die Qualität in den Kitas gezielt zu verbessern, Beschäftigte zu entlasten und Kindern mehr individuelle Förderung zu ermöglichen. Diese Chance darf Sachsen jetzt nicht verspielen.“
Die bisherige Finanzierung von Kitas orientiert sich vor allem an der Zahl der betreuten Kinder. Sinkende Kinderzahlen führen deshalb schnell zu Finanzierungslücken – mit Folgen wie Stellenabbau, Zwangsteilzeit oder Schließungen von Einrichtungen. Das vereinbarte Finanzausgleichspaket mit zusätzlichen 90 Millionen Euro jährlich entlastet die Kommunen, beseitigt die strukturellen Probleme der Kita-Finanzierung aber nicht.
Dazu erklärt Christin Melcher abschließend:
„Die Staatsregierung muss die Kita-Finanzierung grundlegend weiterentwickeln und die tatsächlichen pädagogischen Anforderungen stärker berücksichtigen. Wer Qualität sichern will, muss in die Menschen investieren, die sie jeden Tag ermöglichen.“